Dauerthema Schwarzfahrer: Sie kosten den Steuerzahler viel Geld.
Weniger, aber trotzdem noch zu viel
Die Schwarzfahrer sind beim ZVV ein Dauerthema. Seit kurzem hat er auch eine vertiefende Studie über seine nicht zahlenden Passagiere vorliegen. Zahlen und Einzelheiten will der ZVV-Controller Peter Nordenson zwar nicht verraten. Dem Vernehmen nach soll die Studie aufgrund von Schwerpunktkontrollen aber ergeben haben, dass der tatsächliche Anteil der Schwarzfahrer deutlich höher ist als die zurzeit offiziell ausgewiesenen 1,2 Prozent. Welche Schlüsse der ZVV aus der Studie zieht, konnte Nordenson ebenfalls noch nicht sagen. Auf der Hand liegt jedoch, dass die Kontrollen künftig schärfer oder mit neuen Taktiken erfolgen dürften.
Einnahmen aus den Strafgebühren sind gestiegen
In den letzten Jahren hat der ZVV die Erfahrung gemacht, dass intensivierte Kontrollen – vor allem durch die Zugbegleitung abends – durchaus etwas bringen. Seit dem Jahr 2000 hat er die offizielle Schwarzfahrerquote von 2,2 auf 1,2 Prozent senken können. Weil die Zahl der Fahrgäste in dieser Zeit stark gestiegen ist, erwischen die Kontrolleure von SBB, VBZ und Post aber weiterhin mehr als 100’000 Schwarzfahrer pro Jahr. Die Einnahmen aus den Strafgebühren sind gestiegen, weil deren Höhe angehoben wurde (auf 80 bis 150 Franken).
Da das ZVV-Defizit von Kanton und Gemeinden getragen wird, schädigen die Schwarzfahrer den Steuerzahler. Wie hoch die Ausfälle sind, lässt sich nur schwer abschätzen. Sie sind auf jeden Fall beträchtlich: Weil Schwarzfahrer meist nicht die billigsten Strecken fahren, geht der ZVV von einem Ausfall von rund 18 Millionen Franken aus, selbst wenn die Quote lediglich bei einem Prozent liegt. Insgesamt könnte der Einnahmenausfall somit realistisch gesehen ohne weiteres 30 bis 40 Millionen Franken betragen – was beim Kanton beinahe einem Steuerprozent entspricht.
(Tages-Anzeiger)