Teurere Billette im ZVV

Von Helene Arnet . Aktualisiert am 12.05.2009
Der Zürcher Verkehrsverbund reagiert auf die Rezession mit einer Notbremse: Das Angebot soll vorerst nicht ausgebaut werden, und im Portemonnaie tuts auch noch weh.

Eine «moderate Preiserhöhung» könnte auf die Kunden zukommen, erklärte ZVV-Direktor Franz Kagerbauer am Montag in Wallisellen vor Gemeindevertretern aus dem Furttal, Glattal und Unterland. Der Zürcher Verkehrsverbund informiert in diesen Tagen in den verschiedenen Regionen darüber, wie sich sein Angebot bis 2014 entwickeln wird. Eingangs tat Kagerbauer kund, dass die Wirtschaftskrise das gute Ertragsjahr 2008 überschatte. Bereits sei zumindest ahnbar, dass die Einkünfte aus den Billetten zurückgehen werden. Darauf wolle man reagieren, «bevor uns die Finanzen aus dem Ruder laufen».

Konkret heisst dies:

Tariferhöhung: Die ZVV-Billette werden voraussichtlich um ein bis drei Prozent teurer. Beschlossen sei zwar noch nichts, doch komme man wohl nicht an einer Tariferhöhung vorbei, wenn man das Defizit nicht anwachsen lassen wolle, sagte der ZVV-Direktor. Ziel sei es, die bisherige Unterdeckung auf dem derzeitigen Niveau von sechzig Prozent zu halten.

Weniger Angebotsausbauten: Der ZVV werde bis 2011 «mit Bedacht vorgehen» und den Fahrplan «nur dort ausbauen können, wo es absolut notwendig ist». Da und dort werde es «unbequem und eng» bleiben. Insbesondere in den Randzeiten wird der geplante Ausbau zurückgestellt. Kagerbauer betonte aber, dass kein Abbau des Angebots vorgesehen sei.

Zurückgestellte Projekte: Die geplante Aufwertung von Linien in der Agglomeration Zürichs auf städtisches Niveau wird auf später verschoben. Ebenfalls zurückgestellt werden die Aufwertung nachfragestarker Buslinien, der Ausbau des Angebots in den Städten Zürich, Winterthur, dem Limmattal und Glattal, die Förderung des Einkaufs- und Freizeitverkehrs, die Verlängerung der Betriebszeiten sowie die gesicherte Grundversorgung im ländlichen Raum (12 bis 18 Kurse pro Tag).

Grossprojekte ohne Verzögerung

Von den Sparmassnahmen nicht betroffen sind Planung und Bau der bereits aufgegleisten Grossprojekte: Die Durchmesserlinie soll 2013/2015 fertiggestellt sein, und die damit verknüpfte 4. Teilergänzung der S-Bahn Zürich, die voraussichtlich 458 Millionen Franken kostet, wird durchgezogen. Wie geplant vonstatten gehen ausserdem die dritte Etappe der Glattalbahn (2010 betriebsbereit) und das Tram Zürich-West (2011). Auch das Vorprojekt für das Tram Hardbrücke soll dieses Jahr termingerecht eingereicht werden, und bei der Limmattalbahn sind im Moment keine Aufschübe vorgesehen.

Keine Abstriche gibt es laut Kagerbauer auch bei der Pünktlichkeit, der Sicherheit, der Fahrgastinformation und bei Mobil Plus. Das Grundangebot für Menschen mit einer Behinderung soll vonseiten ZVV bis 2014 bereit sein (Ausnahme Forchbahn).

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.05.2009, 22:00 Uhr

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