Treibjagd bis in die eigene Garage: «Eine neue Eskalationsstufe»

Von Lorenz Schmid . Aktualisiert am 01.07.2009
Dass ein Automobilist verfolgt und verprügelt wird, ist ein neues Phänomen. Mit dem ersten Fall in Bazenheid hat die Gewalt auf der Strasse ein neues Niveau erreicht.

Zwei Automobilisten belästigen einen 51-jährigen Fahrzeuglenker, verfolgen diesen bis an seinen Wohnort und prügelten ihn spitalreif, weil er die Verfolgungsjagd aus seinem Auto heraus filmte. Mit dem Fall im St.-Gallischen Bazenheid, «hat die Gewalt eine neue Eskalationsstufe erreicht», sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gegenüber Tagesanzeiger.ch. «Dies ist der erste derartige Fall, der mir bekannt ist.»

Im Zuge der Ermittlungen konnten zwei Tatverdächtige in der Zürcher Agglomeration verhaftet werden. Bei den beiden Männern handelt es sich um zwei Kosovaren im Alter von 17 und 19 Jahren. An der Tat sollen sich laut Krüsi total sechs bis acht Personen beteiligt haben. Die Nationalitäten der weiteren Verdächtigen ist noch unbekannt.

Telefonieren ja, filmen nein

Krüsi rät Automobilisten, sich grundsätzlich nicht provozieren zu lassen. Sollte man dennoch verfolgt werden, fährt man am besten zu einem Polizeiposten und merkt sich die Kontrollschilder des Verfolgers. «Im Notfall kann man auch die Polizei anrufen. Das Telefonieren während der Fahrt stellt dann ausnahmsweise kein Problem dar.»

Die Verfolger zu Filmen, wie dies das Opfer aus Bazenheid machte, sei allerdings problematisch. «Das Filmen lenkt vom Führen des Fahrzeugs ab. Es wird sich zeigen, ob der Untersuchungsrichter dies als eine Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsordnung erachtet», so Krüsi.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 30.06.2009, 14:11 Uhr

Weitere Artikel Zuerich