«Die Schweizer sind bei den Deutschen sehr beliebt»

Von Stefan Häne . Aktualisiert am 05.02.2010
Das ARD-Politmagazin «Report München» hat das Podiumsgespräch im Kaufleuten gefilmt. Redaktorin Birgit Kappel zieht Bilanz.

Welchen Eindruck haben Sie vom Podiumsgespräch?
Der Saal war voll, viele Zuschauer mussten stehen. Das zeigt, dass die Menschen in Zürich das Thema bewegt.

Wie haben Sie die Stimmung im Saal empfunden?
Interessiert und zuweilen heiter. Leider kamen nur wenige Zuschauer zu Wort.

Besuche von deutschen Fernseh- stationen sind in Zürich selten. Warum sind Sie heute Abend vor Ort?
Die Deutschen sind hier ein Thema. Das Schweizer Fernsehen hat darüber ausführlich berichtet, ebenso der «Tages-Anzeiger». Dies ist für ein deutsches Fernsehen Grund genug, genau hinzuschauen. Wir sind ein politisches Magazin und berichten über die politische und gesellschaftliche Diskussion, die hier in Zürich stattfindet.

Verarbeiten Sie das Podiumsgespräch zu einem Beitrag?
Die Debatte von heute Abend wird wahrscheinlich Teil eines längeren Beitrags sein, dies zur Frage, wie die Deutschen in der Schweiz wahrgenommen werden. Die ARD wird die Sendung am Montagabend im Rahmen ihres Politmagazins «Report München» ausstrahlen. Durchschnittlich fast drei Millionen Zuschauer verfolgen diese Sendung.

Welche Szenen aus der Podiumsdiskussion werden Sie in den Beitrag einfliessen lassen?
Das kann ich noch nicht sagen. Wir stehen noch mitten in der Produktion.

Zeigen Sie im Beitrag auch Deutsche, die in Zürich leben?
Ja, wir haben mit mehreren Deutschen gesprochen. Sie haben uns gegenüber gesagt, sie seien vorsichtiger geworden, seit hier die Deutschen-Debatte hochgekocht ist. Einige fühlen sich in ihrem Leben eingeschränkt, andere haben Angst, weil sie an Leib und Leben bedroht werden. Das macht uns betroffen - nicht, weil es sich dabei um Landsleute von uns handelt, sondern generell. Wir haben auch mehrere Politiker getroffen, darunter den Zürcher SVP-Nationalrat Hans Fehr.

Wie werden die ARD-Zuschauer Ihren Beitrag aufnehmen?
Das ist schwierig zu beurteilen. Die Schweizer sind bei den Deutschen sehr beliebt. Möglicherweise löst der Beitrag deshalb eine gewisse Verwunderung aus.

Die SVP wettert gegen den «deutschen Filz» an der Uni und in den Spitälern. Wie kommt das in Deutschland an?
Dass ein Teil der Schweizer die Deutschen als Bevölkerungsgruppe pauschal negativ beurteilt, ist in meiner Heimat bislang kaum ein Thema gewesen. Die Deutschen richten ihren Fokus auf eine andere Ebene, eine eminent politische. Die Debatte dreht sich derzeit um den Ankauf der Liste mit Schweizer Kontendaten von mutmasslichen Steuerhinterziehern aus Deutschland.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.02.2010, 10:17 Uhr

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