Die neue Masche der Bettlerbanden im ÖV

Von Maria Rodriguez . Aktualisiert am 12.10.2009
Sie verteilen Bittkarten in Tram, Bus und Zug und werden dabei äusserst aufdringlich. Das organisierte Betteln beschäftigt zunehmend auch die Polizei.
Die hohle Hand: Bettler belagern immer öfter auch Passagiere in Tram und Bus. Bild: KEYSTONE/AP

Eine kranke Tochter, die dringend Geld für eine Operation braucht, oder eine hungernde Familie: Wenn es um das Geldeintreiben geht, sind der Fantasie der Bettler keine Grenzen gesetzt. Neuerdings belagern sie mit ihren Bittkarten Passagiere in Tram, Bus und Zug. Ähnlich wie in vielen Restaurants werden die Karten mit einer schicksalhaften Geschichte verteilt, beim Wiedereinsammeln machen die Bettler die hohle Hand und werden dabei ziemlich aufdringlich: «Nachdem sie mit den Karten kräftig auf die Tränendrüse gedrückt haben, wollen sie mindestens 5 Franken», erklärt VBZ-Sprecher Andreas Uhl, der die Masche der Bettler aus eigener Erfahrung kennt.

Viele Bettler aus dem Ostblock

Nicht selten schalten die VBZ die Polizei ein. Diese rückt aus und stellt das erbettelte Geld sicher. Dabei wird der Bettler, gleich wie der Musizierende, beim Stadtrichteramt verzeigt. Im Schnitt kommt es monatlich zu einem Dutzend solcher Verzeigungen, Tendenz steigend sagt Polizeisprecher Marco Bisa auf Anfrage: «In den letzten Monaten fällt uns auf, dass mehr Bettler aus dem Ostblock in Zürich unterwegs sind. Das hat mit der EU-Osterweiterung zu tun.»

SBB verhängt Bahnhofsverbot

Auch im Zürcher Unterland belästigen Bettlerbanden, oft rumänische Fahrende, SBB-Passagiere. Wie in der Zeitung «Zürcher Unterländer» zu lesen ist, pilgern diese von Waggon zu Waggon und erhalten gemäss Augenzeugen regelmässig Geld. Die SBB raten dringend davon ab, Bettelnden Geld zu geben. Lässt sich ein Bettler erwischen, so wird er weggewiesen: «Beim zweiten Mal können wir ein Bahnhofsverbot verhängen. Missachtet der Bettler dieses, wird er verzeigt», so SBB-Mediensprecher Roman Marti.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 12.10.2009, 11:22 Uhr

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