Das Happy End im Bild: Carla und Souleymane und ihre Hochzeitstorte. (Bild: ZVG) Bild: WireImage
Mitten in den Hochzeitsvorbereitungen wurde Souleymane* auf dem Zürcher Zivilstandsamt am 2. Februar in Handschellen abgeführt. Der Grund: Das Amt hatte Zweifel an der Echtheit der Ausweispapiere des Bräutigams und informierte die Polizei. Diese bat das Zivilstandsamt um Information, sobald der Heiratswillige auf dem Amt auftauche.
Das junge Paar, das seit bald 20 Monaten zusammen ist, war mitten im Ehevorbereitungsgespräch, als zwei Polizisten auftauchten und Souleymane festnahmen. Das Paar war schockiert. Souleymane kam ins Gefängnis, Die Hochzeit am 11. Februar fiel ins Wasser. Marc Spescha, der Anwalt der beiden warf den Behörden vor, seine Klienten «auf hinterlistige Weise» in eine Falle gelockt zu haben.
Am Valentinstag aus dem Gefägnis entlassen
Doch nun hat sich die Geschichte doch noch zum Guten gewendet. Souleymane kam Mitte Februar wieder aus dem Gefängnis raus. Am 25. Februar konnten er und Carla heiraten: «Als wir die Ehepapiere endlich unterschreiben konnten, fiel uns beiden ein grosser Stein vom Herzen», sagt die frisch vermählte Carla*. Die Erleichterung sei nicht nur bei ihr und ihrem Mann gross gewesen, sondern auch bei allen Freunden und Verwandten, die an der Trauung teilnahmen. Sie alle hatten mit dem jungen Paar bis zuletzt mitgefiebert. «Danach hatten wir ein wunderschönes Hochzeitsfest», so Carla weiter.
Bangen um die Aufenthaltsbewilligung
So gross die Freude ist, bei Carla bleibt ein fahler Nachgeschmack: «Die ganze Geschichte hat mir das Vertrauen in die Behörden genommen.» Beim Zivilstandsamt kontert man und erklärt: «Wir wollten diese Ehe nie verhindern. Beim zweiten Anlauf waren alle Voraussetzungen zur Eheschliessung gegeben», so Co-Leiter Roland Peterhans.
Auch wenn die Eheschliessung ein wichtiger Schritt war in der Liebesbiographie des Paares, vorbei ist der Kampf mit den Behörden nicht. Denn noch immer wartet Souleymane auf eine Aufenthaltsbewilligung. Der Fall liegt gemäss Anwalt Marc Spescha beim Migrationsamt: «Ich sehe keinen Grund, warum mein Mandant keine Aufenthaltsbewilligung bekommen sollte. Ein Verdacht auf ein Umgehungsehe liegt nicht vor. Auch den Ämtern ist bekannt, dass der Ehewille ernsthaft ist und dass der Heiratsentschluss nicht erst vor ein paar Wochen gefasst wurde.»
* Auf Wunsch des Paares werden nur die Vornamen aufgeführt.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )