«Basejumpen ist ein Springen auf Leben oder Tod»

Von Simon Eppenberger . Aktualisiert am 12.11.2009
Bei einem Sprung von 88 Metern verletzte sich Ueli Gegenschatz schwer – in der Szene gelten bereits Sprünge von 50 Metern als sicher. Dafür geraten sie jetzt in die Kritik des höchsten Fallschirmspringers der Schweiz.
topelement Gegenschatz war weltbekannt für seine Sprünge. 2006 sprang er vom 105 Meter hohen Messegebäude in Basel und landete sicher am Boden. Bild: Keystone Mehr Bilder (8)

Gestern sprang der Extremsportler Ueli Gegenschatz in Zürich-Nord vom Sunrise-Hochhaus und stürzte unkontrolliert zu Boden. Er erlitt Brüche im Bereich der Beine und des Beckens und musste am selben Tag operiert werden. Derzeit liegt er auf der Intensivstation. Erst Ende Oktober trat der Basejumper ganz in der Nähe in den Fernsehstudios Leutschenbach auf und sagte in der Sportlounge, sein Extremsport sei ein «kalkulierbares Risiko».

Dem widerspricht Marc Siegenthaler, Präsident des Schweizer Fallschirmspringerverbandes (Swiss Skydive) ganz entschieden. «Basejumpen ist ein Springen in einer Risikozone, das keine Fehler erlaubt», sagt er auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch. «Oft hat man nur wenige Sekunden oder gar keine Zeit mehr, um bei einem Problem zu reagieren. Deshalb geht es sehr schnell um Leben oder Tod», sagt Siegenthaler.

Auch Sprünge aus 50 Metern «sicher»

Fallschirmspringer und Basejumper Oliver Furrer sieht das anders: «Bei einer Sprunghöhe von 88 Metern ist man auf der sicheren Seite.» Er selber sei auch schon sicher aus 50 Metern gesprungen. «Falls es ein Problem gebe, etwa Windböen, springt ein Profi nicht einfach drauflos», sagt Furrer.

Doch für Siegenthaler ist klar: «Statistisch gesehen kann auch einem absoluten Profi etwas passieren.» Durch den Unfall von Gegenschatz sieht sich Siegenthaler jedoch nicht bestätigt: «Ich bedauere den Unfall sehr und habe Ueli Besserungswünsche geschickt.» Trotzdem steht für ihn fest: «So viel Risiko ist kein Glücksgefühl wert.»

Keine Hindernisse beim Fallschirmspringen

Im Gegensatz zu Basejumpen birgt Fallschirmspringen für Siegenthaler ein viel kleineres Risiko: «Man springt aus grosser Höhe und hat kein Hindernis im Weg, wie das beim Basejumping der Fall ist.» Zudem hat man einen Notschirm und ein automatisches Öffnungsgerät dabei. «Und bei einem Fehler hat man etwas mehr Zeit, diesen zu korrigieren», sagt Siegenthaler.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 12.11.2009, 15:04 Uhr

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