Corine Mauch hat am Montag, 20. April, etwas vor, das sie schon abgemacht hat, bevor sie für den Stadtrat und das Stadtpräsidentenamt kandidierte, wie sie sagt. Was, das will sie nicht verraten, und auch nicht, ob dieser Termin privater oder beruflicher Art ist. Nur dies: Er lässt sich nicht verschieben. An diesem Tag aber wird auf der Sechseläutenwiese der Böögg verbrannt.
Die als Frauenzunft bekannte Gesellschaft zu Fraumünster hatte Mauch bereits nach ihrer Wahl in den Stadtrat am 8. Februar eingeladen. Gestern, nach Mauchs Wahl zur ersten Stadtpräsidentin von Zürich erneuert sie die Einladung, wie Susann Pflüger, die Hohe Fraumünster-Frau, erklärt.
Ein anderes Mal gerne
Corine Mauch sagt, sie werde sehr gerne ein anderes Mal bei der Fraumünstergesellschaft mitlaufen. Die Frauen seien die ersten gewesen, die fragten. Grundsätzlich würde sie aber auch bei einer (Männer-) Zunft mitmarschieren.
«Dies würde ich begrüssen», sagt Jürg C. Scherz, Präsident des Zentralkomitees der Zürcher Zünfte. Das Einladen von Ehrengästen sei allerdings Sache der einzelnen Zunftmeister, und nicht von ihm.
Ledergerber mit dabei
Mit dabei sein am diesjährigen Sechseläuten wird Elmar Ledergerber, der noch bis Ende April als Stadtpräsident amtet. Ebenfalls mitmachen werden die Stadträte Ruth Genner (Tiefbau und Entsorgung) und Gerold Lauber (Schule und Sport), beide als Gäste der Gesellschaft zu Fraumünster.
Für Wirbel gesorgt hatte einst Josef Estermann, der wie jetzt Mauch 1990 direkt zum Stadtpräsidenten gewählt worden war. Er werde «an diesem elitären Anlass nicht mitmarschieren», hatte der gebürtige Luzerner vor derseiner Wahl erklärt und war dann auch nicht eingeladen worden. Später wurde Estermann freilich zum Stammgast der Zünfte.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )