Mauch-Party: Ein Haufen qualmender Sozialdemokraten

Von Michael Lütscher . Aktualisiert am 30.03.2009
Beim Fest nach der Wahl von Corine Mauch zur Stadtpräsidentin wurde ausgiebig geraucht. Otto Brändli, Präsident der kantonalen Lungenliga, findet, die SP-Politiker seien schlechte Vorbilder.

«Es ist schade, wenn Politiker ihrer Vorbildfunktion nicht nachkommen», sagt Otto Brändli, der seit Jahren für Rauchverbote in öffentlichen Räumen kämpft. Letzten Herbst hatte das Zürcher Stimmvolk die Initiative der Lungenliga zum «Schutz vor Passivrauchen» angenommen. Dies mit Unterstützung der SP, gegen SVP und FDP und den Gegenvorschlag des Kantonsrates, der das Rauchen in kleineren Lokalen weiter erlauben wollte.

Bei der Feier zur Wahl Corine Mauchs zur Stadtpräsidentin gestern abend im Volkshaus zündeten sich viele Genossen eine Zigarette an. Der abtretende Stapi Elmar Ledergerber rauchte zur Feier des Tages einen Stumpen, ebenso der neue Statthalter Hartmut Attenhofer.

Jacqueline Fehr gibt sich gelassen

Ja, ihre Kleider hätten «ziemlich nach Rauch gestunken», sagt SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr, die im Bundeshaus vehement für ein umfassendes Rauchverbot in Gaststätten kämpfte.

Die Raucher genössen «eben ihre Freiheit noch, solange sie noch könnten», sagt sie. Das Fest habe sie sich dadurch nicht verderben lassen. Sie hoffe aber schon, dass das vom Volk beschlossene Rauchverbot im Kanton Zürich möglichst bald umgesetzt werde. Sie gebe der dafür zuständigen Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer den Tipp, das Verbot im Sommer und nicht erst im Winter einzuführen. Stünden sowieso alle draussen, lasse sich die Regel, dass man nur noch draussen rauchen dürfe, viel besser durchsetzen.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 30.03.2009, 13:48 Uhr

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