Tatort Zürich-West: Die Bluttat geschah vor dem Club Q. Dominique Meienberg
Der blutige Vorfall ereignete sich am frühen Samstagmorgen. Kurz nach 2 Uhr kam es gegenüber des Clubs Q in Zürich-West zu einem Streit zwischen mindestens drei Männern. Dabei wurden zwei von ihnen durch Messerstiche verletzt. Obwohl die herbeigerufene Sanität sofort mit der Reanimation begann, verstarb ein 17-jähriger Schweizer noch vor Ort. Er soll einen Stich mitten ins Herz erhalten haben. Ein 20-jähriger Portugiese wurde mit Stich- und Schnittverletzungen ins Spital gebracht.
Nach Medienberichten soll der Täter die beiden Kollegen nach Drogen gefragt haben. Die beiden jungen Männer haben den Mann abgewiesen, anschliessen sei es zum Streit gekommen. Der Täter flüchtete mit einem Velo Richtung Pfingstweidstrasse. Die Polizei löste eine Fahndung nach ihm aus; der Täter konnte aber bislang nicht verhaftet werden. Die Hintergründe sowie das Motiv des Streits sind nicht bekannt.
Zeugen beschreiben Täter als jungen Mann
Beim Messerstecher handelt es sich gemäss Zeugenaussagen um einen jüngeren Mann. Er trug ein weisses langärmliges Sweatshirt und darüber ein rotes T-Shirt. Er war mit einem dunklen Cruiser-Velo unterwegs. Dabei handelt es sich um ein Fahrrad mit geschwungenem Rahmen und geringer Sattelhöhe. Der Mann konnte von einer der Überwachungskameras, die rund um den Club installiert sind, aufgenommen werden.
Aus dem Club-Umfeld war zu erfahren, dass der Unbekannte möglicherweise dunkle Hautfarbe habe. Laut Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei, sind die Verletzungen des Portugiesen nicht lebensgefährlich. Bis jetzt seien erst einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Die Kantonspolizei (044 247 22 11) bittet Personen, die Angaben zum Täter mit dem speziellen Velo und der auffälligen Kleidung machen können, sich zu melden.
Opfer und Täter nicht im Club
Rene Goetz, Mitinhaber des Clubs Q, bedauert die schreckliche Tat. Er betont aber, dass sich der Vorfall nicht im Club ereignet habe, sondern auf dem nahen Mühleweg. In der Nacht auf Samstag waren rund 200 Gäste im Club. Zudem seien die beiden Opfer und der Täter auch vorgängig nicht im Club gewesen. Dies habe die Auswertung der Überwachungskamera im Eingangsbereich sowie die Aussagen der Security-Mitarbeiter ergeben. An den Wochenenden seien jeweils zehn Sicherheitsleute vor und im Club anwesend.
Szenekenner bestätigen, dass der Club Q viel für die Sicherheit unternehme. Das Problem aber sei, dass Clubs mit House- und Techno-Musik eine Magnetwirkung hätten und viele Leute - vor allem nach Mitternacht - anziehen würden. Dabei komme es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Bereits im letzten Dezember waren vor dem Club Q zwei Männer von mehreren Unbekannten angegriffen und erheblich verletzt worden.
(Tages-Anzeiger)