«Ich versteh das überhaupt nicht», sagt eine Pendlerin an der Tramstation Ottikerstrasse beim Betrachten der vielen Post-it-Kleber auf dem Billettautomaten. «Das ist sicher ein PR-Gag, aber ein schlechter», ärgert sich ein Passant. Der Grund: Wer heute Morgen zur Arbeit fuhr, wurde praktisch an jeder Zürcher Tramhaltestelle mit mehreren Post-it-Klebern konfrontiert, auf denen folgende To-do-Liste zu lesen ist: «chotzä, koksä, figgä, prüglä».
Jugendverein bekennt sich zur Aktion
Hinter der Kleberaktion steht der Verein «klartegscht»: «Wir wollen aufrütteln und die Gesellschaft dazu anregen, über die Jugend nachzudenken», erklärt Geschäftsleiterin Sandra Meier gegenüber Tagesanzeiger.ch. Sie wehrt sich damit gegen das Bild, welches die Öffentlichkeit von der Jugend hätte. Dass man dazu gleich die ganze Stadt verklebt habe, habe damit zu tun, dass man auf ein möglichst grosses Echo hoffe: «Wir müssen provokativ arbeiten. Über normale Medienarbeit haben wir nichts erreicht», so Meier weiter.
Am kommenden Samstag führt «klartegscht» einen Event im Zürcher Club X-TRA durch. Eingeladen sind alle Generationen, Politiker und Medien. Hier wolle man zeigen, dass die Jugend nicht einfach nur Alkoholexzesse, Prügeleien oder sexuelle Abenteuer kenne. Viel mehr gingen sie mit «enorm viel Engagement, Leidenschaft und Kreativität zu Werke», heisst es auf der Homepage. Nach der Medienkonferenz wird eine Hip-Hop-Party gefeiert.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )