Rechnung 2011: Stadt Zürich schliesst mit Defizit

Aktualisiert am 10.02.2012
Die Rechnung 2011 der Stadt Zürich schliesst mit einem Defizit von sechs Millionen Franken ab. Budgetiert war ein Plus von 1 Million.

Insgesamt verdaue die Stadt Zürich die Situation seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 «erstaunlich gut». Dies zeige sich auch am Eigenkapital. Ende 2011 verfügte Zürich über ein Eigenkapital von 714 Millionen Franken. Somit habe dieses sich in den letzten vier schwierigen Jahren lediglich um 68 Millionen Franken verringert.

Die Netto-Investitionen betrugen 741 Millionen Franken, 292 Millionen Franken weniger als im Budget vorgesehen. «Der Eigenfinanzierungsgrad beträgt erfreuliche 78 Prozent», sagte Vollenwyder weiter. «Damit ist Zürich für Volatilitäten und Erschütterungen gut aufgestellt.»

Die Aufwendungen beliefen sich gesamthaft auf 7,85 Milliarden Franken, die Erträge auf 7,84 Milliarden Franken. Gegenüber dem Budget (inklusive Zusatzkredite) ergab sich ein um 129 Millionen Franken tieferer Gesamtaufwand. Einerseits habe dies die Ausgabendisziplin ermöglicht, andererseits seien geplante Ausgaben verschoben worden, führte der Finanzvorstand aus.

«Höchster Steuerertrag»

Auf der Ertragsseite fielen die Steuereinnahmen mit 2,4 Milliarden Franken zwar um 20 Millionen Franken tiefer aus als budgetiert, trotzdem handelt es sich «um den höchsten je erreichten Steuerertrag».

Sowohl die Erträge der natürlichen wie jene der juristischen Personen schlossen zwar unter Budget ab, doch fielen die Grundstückgewinnsteuern (137 Millionen Franken) und die Quellensteuern (168 Millionen Franken) um 12 beziehungsweise 48 Millionen Franken höher aus als veranschlagt.

Die markante Steigerung bei der Quellensteuer zeigt laut Vollenwyder auch, «wie wesentlich die Personenfreizügigkeit für Zürich ist». Dies, weil vor allem obere Kader an die Limmat kämen.

Wichtig, dass Grossbanken in Zürich bleiben

Vollenwyder geht davon aus, dass die Credit Suisse ab 2013 «in homöopathischen Dosen» wieder Steuern zahlt. Bei der UBS dürfte dies «wohl nicht vor 2015» der Fall sein, weil die Bank während der erlaubten sieben Jahre Verlustvorträge schreibt. Dies sei «eine mittlere Enttäuschung».

Wichtig für Vollenwyder ist jedoch, «dass die beiden Grossbanken ihren Sitz langfristig in Zürich behalten, auch wenn sie zusammen wohl nie mehr 400 Millionen Steuer-Franken abliefern werden».

(tif/sda)

Erstellt: 10.02.2012, 11:14 Uhr

tr_fbConnectError

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Weitere Artikel zum Thema

Stichworte

Weitere Artikel Zuerich