Schulgebäude im Allenmoos besetzt

Von Benno Gasser . Aktualisiert am 17.04.2009
Ein Gruppe junger Leute hat in Oerlikon einen leerstehenden Schulhauspavillon besetzt. Die Besetzer wollen Kurse anbieten. Die Stadt will die Lage vorerst beobachten.
Das besetzte Schulhausprovisorium an der Ringstrasse 51. Nächstes Jahr soll hier ein Hort entstehen. Bild: WireImage Foto: Sophie Stieger

Ein grosses Transparent mit der Aufschrift «Besetzt» baumelt über dem Eingang des Schulhausprovisoriums Allenmoos II. Der längliche Bau wurde in der Nacht auf Freitag von einer Gruppe junger Leute besetzt, die sich in einer Mitteilung Familie Moos nennen. Darin schreiben die Aktivisten, dass die Stadt Zürich in Zeiten grosser Wohnungsnot während Jahren nie darüber nachgedacht habe, das Gebäude für Zwischennutzungen zu brauchen. «Wir nehmen ihnen nun diese Entscheidung ab und werden fortan das Provisorium Allenmoos II aus eigener Kraft beleben.» Die Gruppe plant in den leerstehenden Schulzimmern PC- und Tanzkurse anzubieten. Im Haus gibt es weder Strom noch Wasser, noch funktionierende Toiletten.

«Das falsche Haus ausgesucht»

Erste Gespräche mit der Stadt fanden am Freitag Nachmittag statt. Die Diskussion habe in einer angenehmen Atmosphäre stattgefunden und sei konstruktiv gewesen, sagt Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements. Vorderhand will die Stadt nicht eingreifen und gibt den Besetzern ein paar Tage Bedenkzeit, ob sie ihre Kurse wirklich in diesem Provisorium anbieten wollen: «Die Stadt glaubt, dass die Besetzer sich für Kurse das falsche Haus ausgesucht haben.» Ausserdem stünde das Haus in direkter Nähe eines Schulhauses und einem Quartier, dass sehr empfindlich auf Ruhestörung reagiere. Strom und Wasser wird die Stadt auf jeden Fall nicht zur Verfügung stellen, weil nicht bloss ein Hebel umgelegt werden kann und grössere Investitionen gemacht werden müssten.

Wie viele Jahre das Schulhausprovisorium schon leersteht, kann die Stadt nicht sagen. Ursprünglich hätte das Gebäude zugunsten eines Neubaus für die Sonderpädagogische Schule abgerissen werden sollen. Obwohl die Zürcher dem Projekt an der Urne zugestimmt hatten, wurde es wegen eines langen Rechtsstreits nicht an dieser Stelle realisiert. Die Stadt möchte die Liegenschaft nun umbauen und ab nächstem Jahr als Hort nutzen.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.04.2009, 23:45 Uhr

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