Soundinstallation im Zürcher HB findet kein Gehör

Von Lorenz Schmid . Aktualisiert am 13.11.2008
Der LED-Lichtinstallation Nova am Hauptbahnhof können seit heute auch Klänge entlockt werden. Die neue Funktion wird jedoch noch kaum wahrgenommen – sie ist schlicht zu leise.

Seit zwei Jahren blinkt und flackert die LED-Lichtinstallation Nova von der Decke der Zürcher Hauptbahnhofshalle herab. Bisher konnten Passanten erst die farbigen Darstellungen selbst kreieren oder verändern. Neu ist nun eine vergleichbare Funktion für Klänge hinzugekommen.

Über eine virtuelle Klaviatur lassen sich zu den Farbspielen Töne gestalten. Die Touchscreen-Oberfläche am Gruppentreffpunkt des Zürcher Hauptbahnhofs wirkt abstossend und anziehend zugleich. Während ein älteres Ehepaar findet, das sei nichts mehr für sie, zeigen andere grösseres Interesse. «Ich habe es schon mehrmals beim Warten beobachtet, das machte neugierig», sagt Ernst Hasler. Die neue Klangfunktion probiert er auch gleich aus. «Ich frage mich, ob die Klänge mit den Lichtdarstellungen gekoppelt sind.»

Unterhaltsamer Zeitvertreib beim Warten auf den Zug

Dem ist so, wie Nova-Projektleiterin Martina Eberle erklärt. Im Modus mit der virtuellen Klaviatur werden gewisse technische Eigenschaften der Töne visualisiert. Für Hasler ist die Nova mit der neuen Klangfunktion ein unterhaltsamer Zeitvertrieb beim Warten. «Sie lädt zum Verweilen ein, nur schade, dass die Töne sehr leise sind.»

Zu leise findet auch Andrea Fröhlich, die sich mit ihrer Begleitung an der Nova zu schaffen macht. «Man hört die Klänge zu schwach und dies sogar am Mittag, wo noch nicht viel Betrieb in der Bahnhofshalle ist.» Sie wünschte sich auch mehr Informationen zu den einzelnen Menüpunkten.

Klang nur im Bereich des Treffpunkts hörbar

Um den Lärmpegel in der bereits von vielfältigen Geräuschen durchsetzten Bahnhofshalle nicht noch weiter anzuheben, richteten die Wissenschaftler der ETH die Beschallung so aus, dass sie nur im Bereich des Gruppentreffpunkts hörbar ist. Dies ist ihnen offenbar fast zu gut gelungen, wie ein Besuch vor Ort bestätigte. Die Klänge sind in einem Umkreis von nur wenigen Metern um die Bedienoberfläche hörbar, weiter entfernt nimmt man sie nicht mehr wahr. Martina Eberle bestätigt die zu tiefe Lautstärke und verspricht eine Anpassung. «In den nächsten Tagen werden wir die Lautstärke erhöhen.»

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 13.11.2008, 14:10 Uhr

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