Wertvolle Informationen: Kundenberater protokollieren ihre Arbeit. (Bild: Tom Kawara)
Seit 2002 protokollieren die Kundenberater ihre Arbeit auf elektronischen Eingabegeräten. Dabei erfassen sie die exakte Uhrzeit, die Linie von Tram oder Bus, die Haltestelle, die Anzahl der Fahrgäste und Schwarzfahrer. Diese Informationen werden jeden Abend eingelesen. Aber nicht nur das, sie werden auch automatisch ausgewertet. So spuckt der VBZ-Computer jeden Tag aus, wo die Zahlungsbereitschaft gerade besonders tief ist. Das System ist vor fünf Jahren ohne besondere Ankündigung eingeführt worden.
Ein genaues Bild der Situation
Die VBZ wissen ständig, auf welcher Linie gerade wie viele Schwarzfahrer unterwegs sind. Entsprechend werden die Dienstpläne der Kundenberater angepasst. «Dank der Auswertung erhalten wir automatisch Vorschläge, wo wir sinnvollerweise die nächsten Kontrollen ansetzen können», sagt Meier. Mit den fundierten Kennzahlen würden die Kontrollen natürlich transparenter. «Und wir erhalten ein viel genaueres Bild über die effektive Situation, als wenn wir ein solches aus persönlichen Erfahrungen der Mitarbeitenden erheben würden.»
Welche Linien oder Gebiete besonders betroffen sind, verrät Netzleiter Meier nicht. Es sind aber nicht nur Problemquartiere, sondern auch immer wieder bevorzugte Wohngebiete. Die Kontrollen finden aber nicht nur an den neuralgischen Punkten statt. Die Problemzonen verschieben sich laufend, deshalb ist auf dem ganzen Liniennetz Präsenz verlangt. «Es gilt den geeigneten Mix zwischen der Flächenabdeckung und jenen Orten zu finden, wo die Quote höher als üblich ist», sagt André Meier. «Wenn uns die Fahrgäste häufig antreffen, steigt auch die Motivation ein Ticket zu kaufen.»
( Tagesanzeiger.ch/Newsnetz )