Geschockt: Simone Zehnder, Corinne Diggelmann und Ramona Zehnder. Bild: WireImage Foto: Christoph Landolt
Gerne stellen die linken Chaoten den zerbrochenen Scheiben Kriegserklärungen in Form von Schmierereien zur Seite. Den Angriff auf den McDonald's deuten sie dann zum Widerstand gegen die USA, die Attacke auf die ZKB zum Protest gegen räuberische Kapitalisten.
Unter den Zerstörungszügen leiden jedoch auch Kleinunternehmer, die sich mühsam eine Existenz aufgebaut haben. Zu den Opfern der samstäglichen Krawalle gehören etwa Corinne Diggelmann und Simone und Ramona Zehnder. Die drei Frauen betreiben am Stauffacher einen Schönheitssalon. Während Diggelmann schon länger im Geschäft ist, haben sich die beiden Schwestern erst vor wenigen Monaten selbständig gemacht.
Opfer sind geschockt
Dass die Chaoten ihr Schaufenster zerstörten, erschreckt Simone Zehnder. Als sie vom Schaden erfahren habe, habe sie zuerst an einen Witz gedacht, erklärt die 21-jährige Coiffeuse. «Dann aber war ich geschockt.» Auch ihre Schwester Ramona kann es kaum fassen. Die Kosmetikerin lebt wie ihre Partnerinnen in Einsiedeln. «Dort gibt es so etwas nicht.» Hier in Zürich müsse man aber offensichtlich mit solchen Sachen leben.
Was die Zerstörer getrieben hat? «Vermutlich haben die irgendwelche Aggressionen, sind betrunken und hässig», überlegt Simone. Wie die Scheibe zerstört wurde, darüber rätselt ihre 24-jährige Schwester Ramona. «Die müssen mit einer unglaublichen Gewalt vorgegangen sein.» Froh sind die Unternehmerinnen, dass die Scheibe nicht ganz zu Bruch gegangen ist und Eindringlinge abgewehrt hat. «Nicht auszudenken, was alles kaputt gegangen wäre, wenn die hier reingekommen wären.»
Umbau muss warten
Der Glasermeister hat das Fenster notdürftig gesichert. Nun hoffen die Unternehmerinnen, dass sie bald ein neues Fenster bekommen. Allein eine neue Scheibe kostet 6300 Franken. Beschädigt wurden auch die Beschriftung mit den Namen und ein grossflächiges Werbebanner, das die drei Blondinen in Lederkluft zeigt. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf 8300 Franken.
Dieses Geld hätten die Einsiedlerinnen lieber in die Zukunft ihres Geschäfts investiert. «Eigentlich wollten wir unseren Salon fertig umbauen», erklärt Diggelmann. «Das muss jetzt aber wohl noch ein bisschen warten.»
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )