Wie sich die Polizei wieder Respekt verschaffen will

Aktualisiert am 03.12.2009
Ein TV-Team begleitete die Stadtpolizei im Kreis 4 bei der Aktion «Respekt». Die Verhaftung eines Velofahrers gibt zu denken.

Die Polizisten würden laut eigenen Angaben immer häufiger angegriffen, angepöbelt oder bespuckt. Nun wolle man sich wieder mehr Respekt verschaffen, gibt der Einsatzleiter der Stadtpolizei Zürich im Beitrag von «10vor10» den Auftrag an seine Leute weiter. Diese ziehen daraufhin los, verhaften einen betrunkenen FCZ-Fan, einen Mann mit einem Beutel mit einer drogenähnlichen Substanz und andere.

Dann nähert sich auf der bekannten Einbahn-Busspur der Langstrasse ein Velofahrer und touchiert das Polizeiauto. Er wird einige Augenblicke später von Beamten gepackt, mit Wucht an eine Tür gedrückt, vielleicht kann man das auch schmeissen nennen, wie es Moderator Stephan Klapproth tat. Am Schluss der Aktion wird der junge Mann in Handschellen abgeführt und auf den Posten gebracht.

Wollte sich Verhaftung entziehen

Ob das verhältnismässig sei, wird Polizeisprecher Mario Cortesi gefragt. Dieser sagt, das Verhalten könne vielleicht kleinlich wirken. Aber man toleriere es nicht mehr, dass an Polizeiautos getreten werde. Der Verhaftete sagte jedoch dem TV-Team, er habe das Auto nur touchiert und habe – anders als dies die Polizei darstellt – nicht getreten.

Kommandant Philipp Hotzenköcherle findet das Verhalten seiner Beamten dem Velofahrer gegenüber nicht übertrieben. Er sagt im Studio am Ende des Beitrags, der Mann habe sich der Verhaftung entziehen wollen. Auf jeden Fall hätten sie nach der Aktion «Respekt» viele positive Rückmeldungen aus dem Quartier erhalten. «Endlich macht ihr was», würden die Leute dort sagen.

(sam)

Erstellt: 02.12.2009, 22:57 Uhr

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