«Ich habe es ja positiv gemeint»: SVP-Mann Hans Kaufmann freut sich, dass ihn mit der SP-Stadträtin eine Gemeinsamkeit verbindet. Bild: KEYSTONE/AP
Am vergangenen Dienstagabend traf sich der Zürcher Stadtrat in Bern zu einem informellen Austausch mit den Nationalräten des Kantons Zürich. Thematisiert wurden dabei die politischen Anliegen der Stadt Zürich auf nationaler Ebene – aber nicht nur. SVP-Nationalrat Hans Kaufmann nahm die Gelegenheit für eine völlig unpolitische Bemerkung über die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch wahr. «Mir war noch nie ein Zürcher Stadtpräsident so sympathisch wie Corine Mauch», wird Kaufmann im «SonntagsBlick» zitiert. Warum das so ist? «Wir stehen beide auf Frauen.»
Gegenüber Tagesanzeiger.ch bestätigt er, dass er diese Bemerkung am Rande der Veranstaltung gemacht hat. «Als Witz!», wie er betont, «Sonst habe ich vor allem politisch nicht viel mit Frau Mauch gemeinsam.» Auf die Frage, warum er ausgerechnet bei Frau Mauch diese Gemeinsamkeit hervorgehoben hat – schliesslich waren die sexuellen Präferenzen bei den bisherigen Stadtpräsidenten gleich gelagert – wusste er keine Antwort.
«Ich habe es positiv gemeint»
Den Vorwurf, er reduziere die Stadtpräsidentin mit dieser Bemerkung auf ihre Homosexualität, wies Kaufmann hingegen entschieden zurück. Und auch eine Entschuldigung hält er nicht für angebracht. «Ich habe es ja positiv gemeint», hält er fest. Auch Alfred Heer, Präsident der SVP des Kantons Zürich und SVP-Nationalrat, stösst sich nicht an Kaufmanns Aussage. «Das muss er selbst verantworten», meint Heer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Einen parteiinternen Verweis gibt es deswegen nicht. «Das Land hat andere Sorgen.»
«Unübertroffen lustig» findet Andrea Sprecher, Co-Präsidentin der SP Stadt Zürich, den «noch nie gehörten Witz» von Hans Kaufmann. «Wenn ich mir die beiden ansehe», so Sprecher, «dann habe ich allerdings schwer den Eindruck, dass das die einzige Gemeinsamkeit ist, weil sicher wesentlich mehr Frauen auf Frau Mauch stehen als auf Herrn Kaufmann. Aber damit muss er wohl leben.»
Was Corine Mauch selbst von der ganzen Angelegenheit hält, bleibt vorerst ein Geheimnis. Sie war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )