«Wir wollen vorbereitet sein, falls es zu Auseinandersetzungen kommt»

Interview: Felix Schindler . Aktualisiert am 18.11.2009
Während die Besetzer Kampfmassnahmen gegen die Bologna-Reform beschliessen, berät das Uni-Rektorat darüber, wie weit man die Studierenden gewähren lassen soll. Ein Gespräch mit der Unisprecherin Christina Hofmann.

Frau Hofmann, derzeit bechliessen rund 150 Studierende in einem Hörsaal der Uni Zürich Kampfmassnahmen gegen die Auswirkungen der Bologna-Reform. Wie geht die Uni damit um?
Wenn die Studierenden einen Raum brauchen, um ihre Anliegen zu diskutieren, wollen wir dem nicht im Wege stehen.

Gilt dies rund um die Uhr? Gegen 60 Besetzer sollen in der Uni übernachtet haben.
Davon haben wir gehört. Vorerst tolerieren wir das. Natürlich gibt es auch Grenzen, etwa dann, wenn die Besetzer den Unibetrieb massiv stören würden. Bis jetzt konnten aber alle Vorlesungen im Hörsaal KO-H-10 in einen anderen Hörsaal verschoben werden.

Wie würde die Uni reagieren, wenn diese Grenzen überschritten würden?
Wir werden die Situation laufend analysieren und entsprechend das weitere Vorgehen beschliessen.

In den Gängen der Uni patrouillieren Sicherheitsleute. Was ist ihr Auftrag?
Sie sollen einfach das Geschehen beobachten. Wir wussten nicht genau, was auf uns zukommt. Wir wollen vorbereitet sein, falls es zu Auseinandersetzungen oder zu Schmierereien kommt.

Die Studierenden befürchten, die Wirtschaft könne zu viel Einfluss auf die Bildung nehmen. Teilen Sie diese Befürchtung?
Nachvollziehen kann ich sie schon, wir hören das immer wieder. Doch wir setzen alles daran, dass die Forschungsfreiheit auch bei finanzieller Unterstützung durch die Privatwirtschaft gewährt bleibt, und darum geht es letztlich.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 18.11.2009, 09:50 Uhr

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