Migros nutzt Niederweninger Bauernhöfe als Drehort für Werbespots

Von Sarah Sidler . Aktualisiert am 04.05.2009
Die zwei neuen Werbespots der Migros wurden teilweise auf Niederweninger Bauernhöfen gedreht. Für einen Werbefilm räumte die Familie Roos sogar für zwei Tage ihr Zuhause.
Yvon Baumann

Die beiden neuen Migros-Werbespots werben für frische, regionale Produkte. In einem ist ein Huhn zu sehen, das von einem idyllischen Hof in die hektische Zürcher City rennt, um sein Ei direkt in die Eierschachtel zu legen. Der andere Spot erzählt die Geschichte von Kartoffelbauern, welche ihre Knollen so lieben, dass der gesamte Haushalt und sogar ihre Nase aus Kartoffeln bestehen. Sie sieht man beim Frühstück und der Belieferung einer Migros-Filiale.

Beide Geschichten wurden zu einem grossen Teil auf Niederweninger Bauernhöfen gedreht: Das Huhn startet seine Reise auf dem Bauernhof der Familie Wittwer, der am oberen Ende des Dorfes liegt. Am selben Ort belädt der Kartoffelbauer mit seinen Söhnen seinen Traktoranhänger. Spontan wurde auch ein Niederweninger Yak mit in den Spot genommen.

Privatküche als Drehort

Die Innenaufnahmen hat die Migros im Haus der Familie Roos gedreht, das nur wenige Meter unterhalb des Hofs der Wittwers liegt. «Mitte März kam eine Filmcrew vorbei und fragte, ob sie in unserer Küche ein Teil eines Werbespots für die Migros drehen darf», erzählt Urs Roos. Er ist der Hausbesitzer und lebt im oberen Stock des Hauses mit seiner Frau. Unten wohnt sein Sohn Nick mit seiner Frau und den Kindern im Alter von 4, 8 und 10 Jahren.

«Die Crew hat sich sofort in die Küche verliebt», sagt Roos. Schon lange hätte sie nach einer solch alten Küche gesucht: Der Boden ist noch original, ebenso die weissen Platten an den Wänden und der hintere Teil des Kachelofens. Urs Roos ist Werber. Er stellte die Küche schon für Fotoshootings für Kochbücher und Ähnliches zur Verfügung. So sagte er im Namen der Familie zu.

Sattelschlepper und Pferdetransporter

Und dann gings los: Schon am nächsten Tag kamen die Inneneinrichter und nahmen Küche und Wohnzimmer in Beschlag. «Bevor sie diese beiden Zimmer ausgeräumt haben, fotografierten sie alles ganz genau, damit nachher wieder alles an seinem Platz steht.» Rund 30 Personen seien mit Sattelschlepper, Pferdetransporter voller Hühner, Kleinlaster und Autos angefahren. «Wir wussten nicht, worauf wir uns eingelassen hatten. Die ganze Strasse war verstellt», erinnert sich Roos. Die Crew habe sogar mobile Toiletten, einen eigenen Caterer, einen alten Traktor sowie die benötigten Möbel mitgebracht. «Es wunderte mich, dass nicht mehr Dorfbewohner aus Neugier vorbeigekommen sind», sagt der Hausbesitzer.

Für die Dreharbeiten in Niederweningen benötigte die 30-köpfige Filmcrew gerade Mal eineinhalb Tage. Während dieser Zeit seien sie von frühmorgens bis spätabends an der Arbeit gewesen. «Die Szene, in welcher der Bauer aufsteht und sich rasiert, filmten sie sogar erst abends – mit enormen Scheinwerfern vor dem Haus», so der Hausbesitzer.

Frierende Schauspieler gewärmt

Besonders stolz ist Roos auf die eigenen Requisiten, die in der Szene in der Küche zu sehen sind: Die Kartoffelbauern essen gerade Rösti, Gschwellti und Kartoffelstock. Brotbox, Holzgestell, Bild sowie Wasserbehälter gehören seiner Familie. «Unsere Gegenstände im Fernseher zu sehen, ist schon sehr amüsant», sagt Roos. Die Filmcrew hätte mit ihnen sowieso Glück gehabt: «Wir haben für sie Blumen gekauft, Wäsche gewaschen und frierenden Schauspielern Unterkunft gewährt.» Das hätten sie gern gemacht. «Die Dreharbeiten waren enorm spannend, besonders für die Kinder. Wir würden sofort wieder mitmachen.»

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.05.2009, 23:30 Uhr

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