Flughafengefängnis in Kloten: Hier war der Nigerianer vor seinem plötzlichen Tod am Flughafen. Bild: KEYSTONE/AP Foto: Gaetan Bally
Wie die untersuchende Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland in einer Mitteilung schreibt, wurde die Obduktion am 19. März durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse «erlauben keine sicheren Rückschlüsse auf vorbestehende Erkrankungen oder Fremdeinwirkung», ist im Communiqué zu lesen. Damit bleibt die Ursache, welche zum Tod des 29-jährigen Ausschaffungshäftlings geführt hat, offen. Ebenso ist die Rolle, welche die an der Ausschaffung beteiligten Polizisten gespielt haben, unklar.
Mehrere Einvernahmen seien bereits durchgeführt worden. Auch die Polizisten, die an der Zwangsausschaffung beteiligt waren, wurden durch den Staatsanwalt einvernommen. Zum Inhalt dieser Befragungen wird momentan nichts gesagt. Zudem stehen weitere Befragungen an: «Die Ermittlungen betreffen sowohl die konkreten Abläufe bei der Ausschaffung als auch die Vorgeschichte», sagt Rainer Angst, Sprecher der untersuchenden Staatsanwaltschaft.
Nigerianer rufen zu Kundgebung auf
Der Nigerianer hätte am Mittwoch dem 17. März 2010 mit weiteren Häftlingen in einem Sonderflug nach Nigeria ausgeschafft werden sollen. Er verstarb auf dem Flughafengelände, nachdem er davor in den Hungerstreik getreten war.
Der Leichnam des 29-jährigen Nigerianers befindet sich immer noch in der Schweiz. Ob der Verstorbene hier oder in seinem Heimatland bestattet wird, hängt von seiner Familie ab: «Die Kontaktaufnahme mit den Angehörigen wurde bereits vergangene Woche veranlasst. Wir werden uns nach ihren Wünschen richten», so Angst weiter.
Inzwischen kündigte die nigerianische Gemeinschaft in der Schweiz eine Demonstration an. Sie soll diesen Freitag, am 26. März 2010, auf dem Bundesplatz in Bern stattfinden. Auch Nigerianer aus dem Ausland werden aufgerufen an der Kundgebung teilzunehmen.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )