«Ein bisschen peinlich»

FCZ-Trainer Hyypiä hadert mit dem Punktverlust beim 0:0 bei Lugano, sein Spieler Buff verblüfft mit einer vollmundigen Ansage.

Symptomatisch für den Auftritt des FCZ: Mittelfeldspieler Bua schmerzverzerrt am Boden.

Symptomatisch für den Auftritt des FCZ: Mittelfeldspieler Bua schmerzverzerrt am Boden. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Unentschieden kennen keine Verlierer. So will es das Spiel. Aber es gibt manchmal moralische Verlierer. Nach dem 0:0 gegen Lugano war das diesmal offenbar der FCZ. Jedenfalls sagte Trainer Sami Hyypiä zu den Punktverlusten bei den harmlosen Tessinern: «Das ist ein bisschen peinlich.» Und antwortete auf die Nachfrage, ob er das ernsthaft so meine: ­«Jawohl, peinlich. Das tut weh.»

Und Oliver Buff, der Mittelfeldspieler, der auf dem Weg zu diesem 0:0 beste Möglichkeiten seiner Mannschaft ausgelassen hatte, platzierte die Ansage: «Wenn Lugano in diesem Frühling mehr Punkte holt als wir, verstehe ich die Welt nicht mehr.» 4:1 führt der FCZ in dieser Wertung nach drei Spieltagen. Wieweit ihm Übermut zusteht, werden die nächsten Spiele zeigen. YB, Thun und GC heissen die Gegner.

Haarsträubende Fehlpässe

Die Partie in Cornaredo war, wie man sich den Abstiegskampf vorstellt: lange Zeit nicht allzu ansehnlich und insgesamt gar wenig unterhaltsam. Wenn aber doch einmal Torgefahr entstand, dann ging sie von den Zürchern aus. Alexander Kerschakow scheiterte früh an Lugano-Goalie Alex Valentini, verzog später mit dem Kopf knapp und schliesslich noch einmal mit dem Fuss. Dazwischen forderte er nach einer Schwalbe vergebens einen Penalty.

Immerhin aber mühte sich der Russe und war zusammen mit Kevin Bua ein belebendes Element im ansonsten ziemlich statischen und einfallslosen Offensivspiel des FCZ. Dass dies schon genügte, um den Aufsteiger komplett im Griff zu haben, sprach nicht für diesen. Lugano verärgerte mit einer Reihe von haarsträubenden Fehlpässen im Aufbau den Anhang schon früh.

Die Überlegenheit der Gäste akzentuierte sich nach der Pause noch, und schon in der 52. Minute hätte Buff die Zürcher in Führung bringen müssen. Kurz vor der Pause war er für den verletzten Franck Etoundi ins Spiel gekommen, kurz danach bediente ihn Kerschakow so perfekt, dass er plötzlich alleine vor Valentini stand. Doch Buff brachte den Ball nicht am Lugano-Hüter vorbei.

Etoundis Besuch im Spital

Und als er schliesslich auch nicht traf, als er in der 74. Minute nach einem Konter das offene Tor vor sich sah, da war endgültig Buff das Symbol für die Ungefährlichkeit des FCZ. «Das gibt es», sagte er dazu nur, «es hat die letzte Entschlossenheit gefehlt.» Oder «die Konzentration», wie Teamkollege Burim Kukeli anmerkte.

Der Mittelfeldspieler beurteilte die Leistung seiner Mannschaft als «insgesamt okay». Dass sich der Gegner im Laufe der zweiten Halbzeit nach viel Leerlauf die eine oder andere Möglichkeit erarbeitet hatte; dass der FCZ «also auch hätte verlieren können, wenn es ganz dumm läuft», das hatte Kukeli nach Schlusspfiff dann doch nicht vergessen. Mattia Bottani und Domagoj Pusic vergaben die besten Lugano-Chancen.

So ärgerlich das 0:0 war aus Sicht des FCZ. Und sosehr Trainer und Spieler mit dem verletzten Etoundi mitlitten, der nach einem harten Aufprall auf die rechte Schulter zu Abklärungen ins Spital überbracht worden war – immerhin eines war positiv am Ausflug ins Tessin: Er brachte die vierte Partie in dieser Saison ohne Gegentor.

Viel dazu beigetragen hat Leonardo Sánchez, der argentinische Neuzugang, Patron der neu formierten Fünferabwehr. «Er hat seine Qualität bewiesen und gezeigt, dass er eine Führungspersönlichkeit ist», lobte Trainer Hyypiä, fügte aber an: «Er muss das jetzt an jedem Wochenende zeigen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 21.02.2016, 00:59 Uhr)

Stichworte

Artikel zum Thema

Der FCZ lässt zwei Punkte bei Lugano liegen

Der FC Zürich kommt auswärts in Lugano nicht über ein mickriges 0:0 hinaus. Franck Etoundi muss mit einer Schulterverletzung früh ausgewechselt werden. Mehr...

Wo sind die Fans geblieben?

Der FC Zürich leidet unter Zuschauerschwund. Das passt zu den Resultaten und einem ungünstigen Spielplan. Aber auch die Grasshoppers beklagen einen Rückgang – und niemand weiss genau warum. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Kostenlose E-Books

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Blogs

Mamablog Wissen Sie, worum es im Leben geht?

Never Mind the Markets Deutschlands wahnwitzige Rekordfahrt

Service

Für Selbstständige und KMU

Tragen Sie Ihre Firma im neuen Marktplatz des Tages-Anzeigers ein.

Die Welt in Bildern

Präsentieren ihre Herbstmode: Die Felle dieser Schafe im nordenglischen Troutbeck sind mit fluoreszierendem Orange gefärbt, wodurch Viehdiebe abgeschreckt werden sollen. (29. September 2016)
(Bild: Oli Scarff) Mehr...