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Spanien und Chile schliessen den Nichtangriffspakt

Von Jonas Racine. Aktualisiert am 25.06.2010

Spanien gewinnt ein zunächst munteres aber zum Schluss langweiliges Spiel gegen dezimierte Chilenen mit 2:1. Beide Mannschaften stehen in den Achtelfinals. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live.

1 : 2

  • 47. Millar 1:2

  • 24. Villa 0:1

    37. Iniesta 0:2

  • Die anderen Spiele
  • Schweiz - Honduras0:0

1/7 Xavi wird von Marco Estrada und Mauricio Isla bedrängt.
Bild: Keystone

   

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

  • Mit einem 2:1-Erfolg gegen Chile holten sie den für die Qualifikation erforderlichen zweiten Vorrunden-Sieg.

    Trotz der Niederlage erreichte Chile auf Kosten der Schweiz erst zum dritten Mal überhaupt die K.o.-Phase. 1962 waren die Südamerikaner bei der Heim-WM Dritte geworden, 1998 hatten sie letztmals die Achtelfinals erreicht. Spanien, das als grösster Titelfavorit gehandelt wird, überstand zum dritten Mal in Folge die Gruppen-Phase.

    David Villa erlöste die spanischen Fans mit einem kuriosen Führungstreffer in der 24. Minute. Chiles Goalie Claudio Bravo wagte sich bei einem Klärungs-Versuch gegen Fernando Torres weit aus seinem Strafraum, doch der Abpraller landete genau bei Villa, der aus 30 Metern von der Seitenlinie aus den Ball ins Tor schlenzte. Mit seinem insgesamt sechsten WM-Treffer ist Villa der erfolgreichste spanische WM-Torschütze aller Zeiten. Andres Iniesta erhöhte noch vor der Pause (37.) auf 2:0.

    Die Chilenen sorgten in der ersten Halbzeit vor allem mit ihrem überharten Einsteigen für Aufsehen. Kurz vor dem 2:0 war Marco Estrada nach einem Foul an Torres mit seiner zweiten gelben Karte vom Platz geflogen. Die Südamerikaner hatten Glück, dass Schiedsrichter Marco Rodriguez nicht allzu strenge Massstäbe ansetzte. Rodrigo Millar, der in der Pause eingewechselt worden war, erzielte bereits in der 47. Minute den Anschlusstreffer.

    Eine ganze Halbzeit hätte Chile noch Zeit gehabt, den Ausgleich zu erzielen, um sich das Weiterkommen zu sichern. Doch mit einem Mann weniger waren die Südamerikaner kaum noch in der Lage, sich gute Chancen zu erarbeiten. Die Spanier verwalteten den Vorsprung souverän und standen dem 3:1 näher als die Chilenen dem Ausgleich. (si)

  • Telegramm

    Chile - Spanien 1:2 (0:2)
    Loftus Versfeld, Pretoria. - 41 958 Zuschauer. - SR Rodriguez (Mex). - Tore: 24. Villa 0:1. 37. Iniesta 0:2. 47. Millar 1:2.
    Chile: Bravo; Medel, Ponce, Jara; Isla, Estrada, Vidal; Gonzalez (46. Millar); Sanchez (65. Orellana), Valdivia (46. Paredes), Beausejour.
    Spanien: Casillas; Sergio Ramos, Piqué, Puyol, Capdevila; Busquets, Xabi Alonso (73. Martinez); Iniesta, Xavi, Villa; Torres (55. Fabregas).
    Bemerkungen: Chile ohne Carmona und Fernandez (beide gesperrt). 37. Gelb-Rote Karte Estrada (Foul). Verwarnungen: 15. Medel (Foul). 19. Ponce (Unsportlichkeit). 21. Estrada (Foul).

  • 92' Abpfiff

    An der Seitenlinie wartet David Silva auf seine Einwechslung. Vergeblich, die Partie ist vorbei.

  • 90'

    Noch zwei Minuten müssen wir über uns ergehen lassen.

  • 90'

    Da wäre fast doch noch ein Tor gefallen. Fabregas trifft aber den Ball nicht.

  • 88'

    Chile hat die gegnerische Hälfte evakuiert. Da ist weit und breit kein Südamerikaner mehr zu sehen. Und dies obwohl der Ball dort in der spanischen Verteidigung zirkuliert.

  • 83'

    Aber klar, beide Mannschaften können mit diesem Resultat leben. Und so lange in Bloemfontein zwischen der Schweiz und Honduras nichts passiert, wird sich an dieser Spielanlage gar nichts ändern.

  • 80'

    Das ist jetzt sehr enttäuschend, was die beiden Teams abliefern. Der Ball wird nur noch hin und her geschoben, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an die Offensive zu verschwenden.

  • 75'

    Von den Spaniern kommt in letzter Zeit doch sehr wenig. Sie geben sich mit diesem knappen Vorsprung anscheinend zufrieden. Aus Schweizer Sicht natürlich bedauerlich.

  • 73' Wechsel

    Alonso wird durch Martinez ersetzt.

  • 70'

    Ramos mit einem energischen Vorstoss in seinem rechten Couloir. Doch die Ausbeute ist ist gleich Null.

  • 65' Wechsel

    Sanchez geht raus, Orellana ersetzt ihn.

  • 65'

    Xavis Ball fliegt ins Niemandsland.

  • 64'

    Eckball für Spanien.

  • 61'

    Die Spanier versuchen es artistisch. Nett anzusehen, aber erfolglos.

  • 55' Wechsel

    Mittelfeldspieler Fabregas wird für Torres eingewechselt. Will sich Del Bosque diesen knappen Vorsprung ermauern? Das könnte ins Auge gehen. Den Chilenen ist trotz Unterzahl ohne weiteres ein Tor zuzutrauen.

  • Blitztabelle

    1. Spanien 6 (4:2)
    2. Chile 6 (3:2)
    3. Schweiz 4 (1:1)
    4. Honduras 1 (0:3)

  • 53'

    Tolle Moral der Chilenen. Ihr kämpferischer Einsatz wird mit Millars Tor belohnt. Denn auch in der zweiten Hälfte sind die Südamerikaner keinesfalls gewillt, sich hinten rein drängen zu lassen. Es bleibt ihnen ja auch nichts anderes übrig, wenn sie sich nicht auf Honduras verlassen wollen.

  • 47' Tor! 1:2

    MILLAR! Der eingechselte Millar von Colo Colo zieht aus etwa 15 Metern ab. Sein Schuss wird von einem Spanier noch abgelenkt, Casillas ist chancenlos.

  • 46' Wechsel

    Doppelwechsel bei Chile: Gonzalez und Valdivia verlassen den Platz. Paredes und Millar kommen rein.

  • 46' Anpfiff

    Die zweite Hälfte beginnt.

  • Telegramm

    Chile - Spanien .:. (0:2)
    Loftus Versfeld, Pretoria. - ..Zuschauer. - SR Rodriguez (Mex). - Tore: 24. Villa 0:1. 37. Iniesta 0:2.
    Chile: Bravo; Medel, Ponce, Jara; Isla, Estrada, Vidal; Gonzalez; Sanchez, Valdivia, Beausejour.
    Spanien: Casillas; Sergio Ramos, Piqué, Puyol, Capdevila; Busquets, Xabi Alonso; Iniesta, Xavi, Villa; Torres.
    Bemerkungen: Chile ohne Carmona und Fernandez (beide gesperrt). 37. Gelb-Rote Karte Estrada (Foul). Verwarnungen: 15. Medel (Foul). 19. Ponce (Unsportlichkeit). 21. Estrada (Foul).

  • Da kommt einiges auf die Chilenen zu. Mit zehn Mann gegen Spanien zu bestehen – das wird nicht einfach. Zumal jeder Gegentreffer die Wahrscheinlichkeit erhöht, auszuscheiden. Schon jetzt braucht die Schweiz gegen Honduras «nur» ein Tor zu erzielen, um sich für die Achtelfinals zu qualifizieren.

  • 47' Abpfiff

    Die erste Hälfte ist vorbei.

  • 45'

    Es werden noch zwei Minuten nachgespielt.

  • 44' Blitztabelle

    1. Spanien 6 (4:1)
    2. Chile 6 (2:2)
    3. Schweiz 4 (1:1)
    4. Honduras 1 (0:3)

  • 41'

    Das ist natürlich bitter für die Südamerikaner. Nach einem sehr ansprechenden Start wurden sie von Villas Tor völlig überrascht. Die Spanier zeigen sich dabei ungemein effizient. Zwei Chancen, zwei Tore. So macht man das!

  • 37' Gelb-Rot

    Estrada wrid für ein Foul an Torres vom Platz gestellt.

  • 37' Tor! 0:2

    INIESTA! Nach einem schönem Zuspiel von Villa versenkt Iniesta den Ball souverän.

  • 36'

    Die Spanier sind deswegen nicht ungefährlich. Torres und Villa lauern stets auf schnelle Konter.

  • 35'

    Beausejour kann im letzten Moment von Piqué gestört werden. Das wäre sonst brenzlig geworden.

  • 33'

    Die Südamerikaner haben sich nach dem ersten Schock wieder etwas gefangen. Sie sind unentwegt in der Vorwärtsbewegung.

  • Blitztabelle

    1. Spanien 6 (3:1)
    2. Chile 6 (2:1)
    3. Schweiz 4 (1:1)
    4. Honduras 1 (0:3)

  • 28'

    Da hat Estrada Glück. Er säbelt Andres Iniesta um und kommt aus unerklärlichen Gründen um seine zweite gelbe Karte.

  • 24' Tor! 0:1

    VILLA! Bravo klärt gegen Torres und wagt sich dabei sehr weit aus dem Tor. Villa verwandelt den Abpraller aus weiter Distanz.

  • 21' Gelbe Karte

    Estrada sieht Gelb.

  • 19' Gelbe Karte

    Waldo Ponce mit einer dummen Aktion: Er verpasst Torres einen Tritt. Dieser ist zwar harmlos, doch dafür hat man auch schon Rot gesehen. Auch Ponce würde im Achtelfinale fehlen.

  • 18'

    Chile weiss bislang wirklich zu überzeugen. Hinten sind die Südamerikaner kompromisslos und vorne wirbeln die technisch beschlagenen Sanchez, Gonzalez und Valdivia.

  • 15' Gelbe Karte

    Gary Medel wird verwarnt. Das hat für ihn Konsequenzen, er würde im Achtelfinale fehlen.

  • 14'

    Sanchez versucht es mit einem gefühlvollen Heber, Casillas ist aber auf dem Posten und klärt zum Eckball.

  • 10'

    Gonzalez mit der ersten Möglichkeit des Spiels. Nach einer herrlichen Kombination kommt das Zuspiel in den Rücken des Stürmers. Deshalb fliegt der Ball über das Tor.

  • 9'

    Kontermöglichkeit für die Spanier. Doch der Pass auf Torres wird von Jara abgefangen.

  • 6'

    Xavi ist bei den Spaniern wie gewohnt der Mann für die stehenden Bälle.

  • 4'

    Torres mit einem ersten Kopfball in Richtung Tor.

  • 2'

    Chile startet schwungvoll. Sie scheinen sich nicht auf irgendwelche Rechnereien einlassen zu wollen und spielen, wie angekündigt, auf Sieg.

  • 1' Anpfiff

    Es geht los!

  • Vor dem Spiel

    Bei Spanien ist Iniesta in die Startelf zurückgekehrt. Jesus Navas musste für ihn weichen. Bei Chile wurde Humberto Suazo durch Jorge Valdivia ersetzt.

  • Vor dem Spiel

    Die Nationalhymnen ertönen.

  • Vor dem Spiel

    Schiedsrichter der Partie ist der Mexikaner Marco Rodriquez. Gespielt wird im Loftus Versfeld Stadion in Pretoria.

  • Vor dem Spiel

    Und so sieht die Tabelle aus:
    1. Chile 6 (2:0)
    2. Spanien 3 (2:1)
    3. Schweiz 3 (1:1)
    4. Honduras 0 (0:3)
    Wenn Chile nicht verliert, gehen sie als erster in die Achtelfinals. Spanien hofft natürlich, dass Honduras der Schweiz ein Bein stellt, wobei ein allfälliger Sieg der Honduraner nicht zu hoch ausfallen dürfte. Dann sind auch die Iberer in der K.o.-Phase.

  • Die Aufstellungen

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  • Vor dem Spiel

    Gewinnt die «Seleccion» nicht, droht ihr das erste Vorrunden-Out an einer WM seit zwölf Jahren. Der Druck, der auf dem Team von Vicente Del Bosque lastet, ist immens. Das Gerüst der Europameister-Mannschaft von 2008 steht im Zenit ihres Schaffens. Die Stars Xavi, Iniesta, Villa und Torres, die vor zwei Jahren Europa mit ihrem atemberaubenden «Tiqui-Taca» verzaubert hatten, sind im besten Fussball-Alter. Für sie gilt: Wenn nicht jetzt, wann dann?

    Zu Beginn der WM waren die Spanier bei den Wettbüros zusammen mit Brasilien als Titelkandidat Nummer 1 gehandelt worden. Die Iberer schienen Invictus, hatten sie doch seit November 2006 von 48 Spielen nur noch eine Partie verloren. Das Verlierer-Image, das den Iberern lange Zeit angehaftet hat, sollte endlich auch an einer globalen Endrunde abgestreift werden.

    Attraktiv aber bisher ineffizient

    14 tapfere Schweizer zeigten aber gleich zu Beginn des Turniers die Schwäche der «Seleccion» schonungslos auf: die mangelnde Effizienz. Auch gegen Honduras vergaben die Iberer Grosschancen en masse. «Wenn wir scheitern, scheitern wir mit unserem Stil», sagte Fernando Torres bereits vor dem 2:0 gegen die Zentralamerikaner. Spielmacher Xavi bezeichnete sich in einem Interview mit der FIFA als Fussballromantiker. "Ich spiele immer nach vorne, das ist meine Philosophie", so der 30-jährige Katalane.

    Genau diese Romantik könnte den Spaniern nun zum Verhängnis werden. Selten entpuppte sich in der jüngeren Vergangenheit der attraktivste Fussball an einer Weltmeisterschaft auch als der erfolgreichste. Leistet sich die «Seleccion» einen zweiten Ausrutscher, scheidet sie bei ihrer 13. WM-Teilnahme zum vierten Mal bereits in der Vorrunde aus.

    Villa nicht bestraft

    Zumindest personell kann Vicente Del Bosque gegen Chile aus dem Vollen schöpfen. David Villa, Doppeltorschütze gegen Honduras, wurde für seine nicht geahndete Tätlichkeit gegen Emilio Izaguirre von der FIFA nachträglich nicht bestraft. Andres Iniesta ist wieder genesen und kehrt in die Startformation zurück.

    Auch die Statistik gibt den Spaniern Anlass zur Hoffnung. Seit 1986 haben sie alle ihre letzten Vorrundenspiele an einer WM gewonnen. In bisher sieben Partien gegen Chile gingen die Iberer nie als Verlierer vom Platz. Das letzte Aufeinandertreffen 2008 gewann Spanien diskussionslos 3:0. Das bisher einzige Duell an einer WM-Endrunde entschied die «Furia Roja» 1950 mit 2:0 ebenfalls für sich.

    Chile spielt auf Sieg

    Den Chilenen, die auf die gesperrten Carlos Carmona und Matias Fernandez verzichten müssen, reicht gegen Spanien bereits ein Unentschieden, um erstmals in der Geschichte eine WM-Vorrunde als Gruppenerster abzuschliessen, bei einer Niederlage droht ihnen jedoch möglicherweise auch das Ausscheiden. Bei ihren zwei Siegen gegen Honduras und die Schweiz knüpften die Südamerikaner nahtlos an die starken Leistungen der WM-Qualifikation an. «Wir trainieren nicht, um unentschieden zu spielen», sagte Captain Claudio Bravo. Chile werde auch gegen Spanien offensiv agieren. Allerdings wird das Team des cleveren Marcelo Bielsa den Spaniern kaum ins offene Messer laufen.

Erstellt: 25.06.2010, 20:06 Uhr

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