30'000 Luftballone landen als Müll in den Alpen

PR-Gag mit negativer Auswirkung: Sunrise feierte sich am Donnerstag mit farbenfroher und luftiger Pracht. Im Wägital und im Engadin zeigt sich ein anderes Bild.

Die Alpenschutzorganisation Mountain Wilderness kritisiert die PR-Aktion von Sunrise. Video: Youtube-User weblabor


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Weil Sunrise von der deutschen Zeitschrift «connect» wegen des guten Service gelobt wurde, wollte sie dies mit einer medienwirksamen Aktion feiern. Am Zürcher Stadthausquai liess Sunrise letzten Donnerstag rund 30'000 farbige Luftballone steigen. Was zwar in Zürich farbenfroh aussah, hat für die Umwelt negative Konsequenzen, kritisiert nun die Alpenschutzorganisation Mountain Wilderness.

Gemäss mehreren Tourenberichten sind zum Beispiel im Gebiet rund um den Wägitalersee im Wägital SZ, aber auch im Engadin ausnehmend viele Ballonreste und Schnüre in den Farben Gelb, Orange und Violett auf dem Schnee gefunden worden. Bis diese Plastikreste – insbesondere der Schnüre – abgebaut sind, können Jahre vergehen, lässt Mountain Wilderness in einer Mitteilung verlauten. Sie würden eine Gefahr für wild lebende Tiere darstellen und verunreinigten Sömmerungswiesen.

Biologisch nicht abbaubar

Katharina Conradin, die Geschäftsleiterin von Mountain Wilderness, kritisiert denn auch die Aktion: «Alles in allem hat hier die Marketingabteilung von Sunrise ihre Aktion nicht bis zum Ende durchgedacht und verunreinigt nun – wohl unwillentlich – Wiesen und Wälder. So etwas gehört sich für eine Firma von dieser Grösse nicht!»

Sunrise bestreitet die Vorwürfe auf ihrer Facebook-Seite: «Die Luftballone bestehen aus reinem Naturkautschuk» so die Mitteilung, die Ballone seien daher ungiftig, biologisch abbaubar und somit umweltverträglich. Sunrise bedauere jedoch, dass bei den Bändeln und Verschlüssen keine biologisch abbaubaren Materialien eingesetzt worden seien.

(czu)

(Erstellt: 09.12.2013, 14:43 Uhr)

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Die gefundenen Überreste in der Nähe des Wägisees, südöstlich von Zürich. (Foto: Mountain Wilderness)

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