«Brücke ist akut einsturzgefährdet»

Bauingenieur Harry Fehlmann leitet die Untersuchung an der beschädigten Brücke über der A 1. Er geht davon aus, dass die Strecke Richtung Bern länger geschlossen bleibt. Derweil weiss man mehr über die Unfallursache.

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Sie sind der Bauingenieur, der zur Unfallstelle gerufen wurde. Wie sicher ist die Brücke noch?
Die Brücke ist akut einsturzgefährdet. Sie wurde vor 45 Jahren mit vorfabrizierten Elementen erstellt. Diese sind relativ leicht und dünnwandig. Die Brücke besteht in der Länge aus vier dünnwandigen Hohlkörpern. Der Baggerarm hat diese wie Karton aufgeschlitzt.

Was unternehmen Sie im Moment, damit die Autobahn schnell wieder geöffnet werden kann?
Zwei Ingenieure arbeiten in unserem Büro an einer Notkonstruktion. Dieses Notgerüst wird im Moment aus Biberist SO mit einer Polizeieskorte hierher transportiert. Es sollte im Laufe des Nachmittags ankommen. Wir planen, auf dem Mittelstreifen einen Gerüstturm zu erstellen, um die einsturzgefährdete Brücke in der Mitte abzustützen. Sobald die Brücke so abgestützt ist, kann sie nicht mehr zusammenbrechen. Wir hoffen, den Fahrstreifen in Richtung Zürich gegen Abend freigeben zu können.

Ist das alles?
Am späteren Nachmittag muss auf dem Pannenstreifen in Richtung Bern für die Brücke ein zweites Notgerüst errichtet werden, dann könnte diese Fahrbahn ebenfalls wieder freigegeben werden. Wenn die beiden Notstahlträger stehen, verringert sich dadurch die Spannweite der Brücke. Dann kann der Verkehr wieder freigegeben werden. Damit die Notpfeiler nicht von Autos touchiert werden können, müssen wir neben den Pfeilern Abprallschutzwände aus Beton errichten.

Wie lange dauert es, bis die Brücke repariert ist?
Diese Brücke wird nicht mehr repariert. Sie bleibt provisorisch abgestützt bis zum Abriss, der ohnehin für 2015 geplant war. Unser Büro plant diesen Neubau und kennt deshalb die Daten der alten Brücke. Jetzt kann es sein, dass der Neubau vorgezogen wird. Die Brücke dient normalerweise dem Lokalverkehr zwischen Birmenstorf und dem Weiler Müslen. In den nächsten Wochen und Monaten wird sie geschlossen bleiben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.01.2014, 13:52 Uhr

Unfallursache

Mittlerweile weiss man auch mehr über die Ursache des Unfalls: Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, sagte gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, dass der Bagger nicht sachgemäss geladen wurde. So war der Neigungswinkel der Schaufel falsch, sodass die Position des Baggerarms erhöht war und daher mit der Brücke touchierte.

Die Polizei rät den Verkehrsteilnehmern, die aufgestellten Signalisationen zu beachten und den Unfallort grossräumig zu umfahren. Eine optimale Ausweichroute gebe es aber nicht, sagt Graser.

Neusten Erkenntnissen zur Folge bleibt die Strecke Richtung Bern noch die ganze Nacht geschlossen: Die aufgerissene Stelle muss erst noch verschalt werden. Die Strecke Richtung Zürich soll gegen Abend wieder geöffnet werden, vorausgesetzt die provisorische Stahlkonstruktion steht bis dann. (hoh, czu)

Bauingenieur Harry Fehlmann von Bänziger Partner AG beurteilt die beschädigte Brücke bei der Verzweigung Birrfeld.

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