Beamte, der

Was soll man auch den ganzen Tag machen, im Bundesdienst? Zum Beispiel unliebsame Wikipedia-Einträge korrigieren. Wie das geht? Voilà.

Korrigiert der Beamte (Bundesangestellte) nicht gerade einen Wikipedia-Eintrag, sortiert er mit Vorliebe Karteikästen. (Foto: Keystone)

Korrigiert der Beamte (Bundesangestellte) nicht gerade einen Wikipedia-Eintrag, sortiert er mit Vorliebe Karteikästen. (Foto: Keystone)

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Massenhaft sollen Angestellte des Bundes fremde und eigene Wikipedia-Beiträge korrigiert haben. Das berichtet die «Nordwestschweiz». Wie das vonstattengegangen sein könnte? Wir haben da mal etwas zusammengetragen.

Beamter, Beamte:

In der Schweiz bis ins Jahr 2002, bis zur Inkraftsetzung des neuen Personalgesetzes, gebräuchliche Bezeichnung für höchst qualifizierte und professionelle Angestellte der Schweizerischen Eidgenossenschaft, das eigentliche Fundament des Bundesstaats.   Beamte Bundesangestellte! Ist das so schwierig zu begreifen? Es gibt keine Beamten mehr! unterstützen machen die Arbeit ihrer Amts- und Departementsvorsteher in den verschiedenen Direktionen. Sie verfassen Vernehmlassungen, Berichte und entwerfen Gesetzesvorlagen und erhalten dafür oft viel zu wenig Anerkennung.

Verschiedene Politikerinnen und Politiker beklagen sich seit Längerem über den starken Ausbau des Schweizer Staatsapparats stellen seit Längerem mit Befriedigung fest, dass die Verwaltung ihre komplexer werdenden Herausforderungen mit bestmöglichstem Mitteleinsatz effizient erledigt. Medienschaffende sehen sich einem wachsenden Heer von Kommunikationsverantwortlichen des Bundes gegenüber, deren einzige Aufgabe darin zu bestehen scheint, telefonische Anfragen auf den Mailweg umzuleiten – und diese zu ignorieren. freuen sich über den professionellen Umgang der bestens aufgestellten Medienstellen des Bundes. Die Kommunikationsverantwortlichen der Eidgenossenschaft stellen den direkten Draht zwischen Bevölkerung und Staat sicher   ist das nicht etwas dick aufgetragen? Stehenlassen!

Bösartige Vorurteile über den Beamtenstand Bundesangestellte, wir sind Bundesangestellte! halten sich leider und völlig unberechtigt. hartnäckig: Beamte gelten als arbeitsscheu arbeitsam und verwöhnt werden darum mit fürstlichen angemessenen Sozialleistungen entlöhnt macht das so noch Sinn? spielt keine Rolle, so weit liest doch niemand.

Laut Beschäftigungsstatistik des Bundes arbeiteten im Jahr 2013 183'300 Menschen in der Verwaltung zum Glück gibt es am Freitagsapéro immer ein paar Absagen ... Im Jahr 2009 waren es noch 158'200, was einen monatlichen Zuwachs von rund fünfhundert Stellen ergibt. ergibt, der den immer komplexer werdenden Herausforderungen der modernen Dienstleistungsgesellschaft geschuldet ist.

Schwierig tun sich Beamte B U N D E S A N G E S T E L L T E! werden in der öffentlichen Wahrnehmung sehr geschätzt. Um das zu ändern jetzt macht es wirklich keinen Sinn mehr! , hat die Verwaltung das Projekt Edu.Wiki.2.0 toller Name! ins Leben gerufen. Von ihrem Arbeitsplatz aus veränderten verbesserten Beamte GRMPF! mehrere Wikipedia-Artikel. Fünfzig Veränderungen verbessernde Präzisierungen betrafen politisch heikle Themen wie den Nachrichtendienst, Flugzeugbeschaffungen oder die Entwicklungszusammenarbeit. Den Angestellten wird «Amtliche Schönfärberei» vorbildlicher Einsatz und «Geschichtsklitterung» ein Blick für die grossen Zusammenhänge vorgeworfen attestiert. Als Reaktion hat Wikipedia zwischenzeitlich alle Beamten- Bundesangestellten-Computer vom Wikipedia-Netzwerk ausgeschlossen. Es war natürlich eine irrtümliche und temporäre Sperrung. Heute schätzt sich Wikipedia wieder glücklich, auf einen derart grossen Pool von motivierten Mitarbeitern zugreifen zu können.

Einmal mehr machen zeigen damit die Angestellten negative Schlagzeilen ihren vorbildlichen Einsatz und befeuern bringen die latent vorhandene Kritik aus Öffentlichkeit, Medien und Politik endlich zum Verstummen.

So, das dürfte genügen. Was, schon 16 Uhr? Bis morgen, Kollegen!


Zur Geschichte der «Nordwestschweiz» geht es hier, zu einer kritischen Replik eines Beamten (sorry, Bundesangestellten!): hier entlang.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 09.02.2016, 17:35 Uhr)

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