Panorama
... 120 Jahren: Van Goghs Ohr
Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife (1889).
Wer kennt seine Bilder nicht? Die Sonnenblumen, Selbstporträts und Arlesbilder des Malers Vincent van Gogh, um dessen Leben sich zahlreiche, zum Teil abenteuerliche, Legenden ranken. Sowie auch jene, über sein abgeschnittenes Ohr.
Im Oktober 1888 zog der von van Gogh seit langem erwartete und von ihm hochverehrte Künstler Paul Gauguin zu ihm nach Arles. Nach ein paar Monaten, am 23. Dezember, kam es aber zu einem heftigen Streit, um dessen Vor- und Ausgang verschiedene Varianten existieren.
Eine der glaubwürdigsten Versionen zum Vorfall im Allgemeinen stammt aus der Lokalzeitung aus Arles, die am 30. Dezember schrieb: «Vergangenen Sonntag, um halb zwölf am Abend, ist ein gewisser Vincent van Gogh, Maler, aus Holland kommend, ins Maison de la Tolerance No.1 gekommen, hat eine gewisse Rachel verlangt und ihr sein Ohr übergeben, indem er sagte: ‹Bewahren Sie diesen Gegenstand sorgfältig auf.› Darauf ist er verschwunden.»
Wie kam das Ohr ab?
Ein Grund, wieso sich van Gogh das Ohr abgeschnitten haben könnte, ist, dass er Paul Gauguin drohen wollte, da dieser abreisen wollte und van Gogh panische Angst vor dem Alleinsein hatte – nach dem Motto: Wenn du mich verlässt, tue ich mir etwas an.
Eine andere Erklärung wäre, dass der Maler eine Erkrankung des Innenohrs hatte und sich aus Verzweiflung, wegen den ständigen Ohrgeräuschen, das Ohr abgeschnitten hat.
Eine sehr beliebte Variante des Vorfalls ist auch die, die besagt das van Gogh unter Schizophrenie litt und sich in geistiger Ohnmacht das Ohr abschnitt.
Die letzte Version ist, dass der Künstler nicht selbst, sondern Gaugin, mit dem es zu Handgreiflichkeiten kam, ihm das Ohr mit dem Degen verletzt oder abgeschnitten haben soll.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.12.2008, 16:00 Uhr

