Panorama

... 2 Jahren: Saddam aufgeknüpft

Von Florian Lippuner. Aktualisiert am 31.12.2008

Am 30. Dezember 2006 wird das Todesurteil gegen Saddam Hussein vollzogen: Der irakische Ex-Diktator wird in den frühen Morgenstunden gehängt.

Er ist verantwortlich für den Tod hunderttausender Menschen, insbesondere Schiiten, und führte sein Land in den politischen und wirtschaftlichen Ruin: Saddam Hussein regierte den Irak 23 Jahre lang mit einer Mischung aus Repression und Willkür.

Als 2003 die Amerikaner einmarschieren ist seine Regierungszeit vorbei, noch Ende des Jahres wird der irakische Ex-Diktator in einem Erdloch in der Nähe seiner Heimatstadt Tikrit ausfindig gemacht und gefangengenommen.

Es folgt ein spektakulärer Prozess: Die Gerichtsverhandlungen müssen immer wieder vertagt werden, Saddam wird in den Prozessen ausfällig, zwei seiner Verteidiger werden ermordet. Im November 2006 wird Saddam Hussein wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen zum Tod durch den Strang verurteilt.

Hinrichtung 2.0

Die Urteilsvollstreckung wenige Wochen später geht laut den irakischen Behörden ruhig und rasch vonstatten, Saddams persönlichem Wunsch, nicht «wie ein einfacher Krimineller» erhängt, sondern erschossen zu werden, wird nicht nachgekommen. Bei seinem Gang zum Galgen schweigt Saddam Hussein, unmittelbar vor seinem Tod spricht er das sunnitisch-islamische Glaubensbekenntnis. Saddam stirbt am frühen 30. Dezember um 6.00 Uhr durch den Strang.

Die Hinrichtung wird gefilmt und fotografiert, die Bilder gehen bald um die ganze Welt. Neben dem offiziellen Video der Behörden, tauchen Amateuraufnahmen auf, die einem ruhigen Verlauf der Hinrichtung widersprechen: Auf den Aufzeichnungen ist dokumentiert, dass der Ex-Diktator vor seinem Tod verhöhnt und beleidigt wurde. Es folgt ein immenses Medienecho, die BBC verurteilt die Geschehnisse als «hässlich und erniedrigend». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.12.2008, 10:46 Uhr