Panorama

... 38 Jahren: Der Kniefall von Warschau

Von Elke Koch. Aktualisiert am 08.12.2008

Am 7. Dezember 1970 kniete Willy Brandt vor dem Ehrenmal des jüdischen Ghettos in Warschau nieder.

Willy Brandt vor dem Ehrenmal des jüdischen Ghettos.

Willy Brandt vor dem Ehrenmal des jüdischen Ghettos.

Zehn Sekunden, 20 Sekunden, eine halbe Minute. 27 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kniete Bundeskanzler Willy Brandt in Warschau vor den Opfern beim Ehrenmal des jüdischen Ghettos nieder – stellvertretend für das deutsche Volk. Diese Geste wurde als Symbol für seine Ostpolitik, für die Willy Brandt 1971 den Friedensnobelpreis erhielt.

Das Warschauer Ghetto ist neben Auschwitz Sinnbild für die Grauen des Holocausts. Während der Nazidiktatur wurde die polnische Hauptstadt zu einem riesigen Gefängnis, in dem 400'000 Menschen unter unwürdigsten Umständen vegetierten. Von Warschau aus wurden viele Menschen in Konzentrationslager nach Treblinka oder Auschwitz deportiert und dort ermordet. Mehr als 50'000 Juden starben noch im Warschauer Ghetto.

Am 7. Dezember 1970 war Willy Brandt anlässlich des Warschauer Vertrags in Polen. In diesem hielten beide Parteien fest, dass sie die Oder-Neisse-Linie als Grenze zwischen Deutschland und Polen anerkennen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.12.2008, 10:16 Uhr