Panorama

... 488 Jahren: Luthers Bruch mit der Kirche

Von Florian Lippuner. Aktualisiert am 12.12.2008

Am 10. Dezember 1520 verbrennt der Reformator Martin Luther die päpstliche Bulle, die ihn zum Ketzer erklärt hatte – Luther wird exkommuniziert.

Der Reformator lebte in der Stadt von 1508 bis 1546: Luther-Denkmal auf dem Marktplatz in Wittenberg, Sachsen-Anhalt.

Der Reformator lebte in der Stadt von 1508 bis 1546: Luther-Denkmal auf dem Marktplatz in Wittenberg, Sachsen-Anhalt.

Der Beginn der Reformation wird auf 1517 datiert, als Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlägt. Darin protestiert Luther gegen die in den Finanzpraktiken der Römisch-Katholischen Kirche zum Ausdruck kommende Bussgesinnung: Ablassbriefe bescheinigen den Gläubigen gegen einen Geldbetrag Busserlass und werden als Sündenerlass verkauft. Der Bau des Petersdom in Rom wurde auf diese Art mitfinanziert.

Rom stuft Luthers Thesen 1518 als Ketzerei ein, der Querulant wird aufgefordert, vorzusprechen. Nach einem Verhör in Augsburg verweigert Luther den Widerruf seiner Thesen und flieht nach Wittenberg. 1519 bestreitet Luther die Unfehlbarkeit des Papstes – die Reformation zieht immer weitere Kreise.

Nach einem weiteren ergebnislosen Verhör erlässt der Papst im Juni 1520 die Bannbulle «Exsurge Domine». Die Bannandrohung verbrennt Luther am 10. Dezember 1520 demonstrativ vor den Toren Wittenbergs – der innere Bruch mit Rom wird auch äusserlich vollzogen. In der Folge wird Luther mit der Bannbulle «Decet Romanum Pontificem» exkommuniziert. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.12.2008, 07:06 Uhr