Panorama
... 10 Jahren: Piccard bricht zur ersten Erdumrundung im Ballon auf
Heute vor zehn Jahren brach der Westschweizer Luftfahrtpionier und Psychologe Bertrand Piccard und sein britischer Copilot von Chateau d'Oex zum letzten grossen Abenteuer des 20 Jahrhunderts auf. Sie umrundeten als erste Menschen in einem Ballon die Erde. Der von Piccard entwickelte Breitling Orbiter war eine Kombination von Heissluft- und Gasballon an dem eine Druckkabine hing. Vom Jetstream getrieben, flog der Ballon in einer Höhe von rund 7000 Metern in 19 Tagen, 21 Stunden und 55 Minuten um den Erdball. Während dieser Zeit lebten Piccard und Jones isoliert und auf engstem Raum in der winzigen Kabine, mit einer fantastischen Aussicht auf Wüsten, Ozeane, Wälder, Städte und Einöden. Am 21. März landeten Piccard und Jones in der ägyptischen Wüste 800 Kilometer südwestlich von Kairo. Das Abenteuer, das viele für unmöglich hielten, war geglückt.
Wettrennen um die Welt
Ende der Neuzigerjahre war die Welt von einer Ballonfahrerromantik beseelt. Die Fahrt um den Globus ohne Düsenantrieb dürfte dabei dem Wunschbild für die Harmonie von Technik und Natur entsprochen haben. Piccard war zu jener Zeit nicht als Einziger von der Idee besessen, die Erde in einem Ballon zu umrunden. Mit dem Amerikaner Steve Fossett oder dem Britten Richard Brandon stand der Westschweizer in einem regelrechten Wettlauf als erster Mensch den Erdball in einem Luftschiff ohne Antrieb zu umrunden. Nach zahlreichen misslungenen Versuchen der tollkühnen Ballonfahrer, hielten viele Skeptiker das Unterfangen für unmöglich. Auch Piccard scheiterte vor seiner erfolgreichen Erdumrundung zweimal in den Jahren 1997 und 98. Wenige Tage bevor Piccard und Jones zu ihrer erfolgreichen Mission starteten, brachen die Engländer Andy Elson und Colin Prescott im eigenen Ballon und in derselben Mission auf. Lief es bei Piccards Ballon wie am Schnürchen, fiel bei den britischen Kollegen nach wenigen Tagen die Kabinenheizung aus, sodass die beiden Ballonfahrer bis zur vorgezogenen Landung in Polaranzügen ausharren mussten.
Spross der berühmten Piccard-Familie
Sein Abenteurerblut dürfte Piccard von seinen Vorvätern geerbt haben: Sein Grossvater, Auguste Piccard (1884-1962), stieg am 18. August 1932 mit einem Gasballon bis auf 16'940 m Höhe in die Stratosphäre auf. Ausserdem entwickelte er das Tiefseeunterboot Bathyskaph in dem er im September 1953 als erster Mensch 3150 Meter tief ins Meer tauchte. Sein Vater, Jacques Piccard (1922-2008) entwickelte ebenfalls diverse Unterseeboote und tauchte im Bathyskaphen Trieste im Marianengraben im Westpazifischen Ozean auf 10'916 Meter hinunter.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.02.2009, 09:29 Uhr

