Panorama
... 8 Jahren: Die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan
Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 25.02.2009
Kurz nachdem die Taliban-Führung ein Edikt zur Beseitigung aller religiös-figürlichen Darstellungen erliess, ordnete am 26. Februar 2001 ihr Anführer Mullah Mohammed Omar die komplette Zerstörung der grössten stehenden Buddha-Statuen der Welt an.
Die beiden buddhistischen Kunstwerke, die im 6. Jahrhundert aus dem roten Sandstein herausgemeisselt wurden, befanden sich in der afghanischen Provinz Bamiyan, rund 230 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kabul. Der kleine Buddha mass 35 und der grosse stolze 55 Meter. Der chinesische Mönch Xuanzang berichtete 632 noch von einer dritten, rund 300 Meter langen, liegenden Buddha-Statue, die heute wohl verwittert unter dem Erdboden liegt.
Mit der Verdrängung des Buddhismus durch den Islam verloren die Statuen ab dem 7. Jahrhundert ihre religiöse Bedeutung und wurden zunehmend Opfer von Vandalenakten. Dennoch blieben die Buddha-Statuen bis zur Besetzung Afghanistans durch die Sowjet-Truppen ein beliebtes, internationales Touristenziel. Am 12. März 2001 sprengten die Taliban schliesslich die beiden Stein-Monumente in die Luft und zerstörten damit unwiderruflich ein von der UNESCO geschütztes Weltkulturerbe. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.02.2009, 15:39 Uhr

