... 3 Jahren: Papstattentäter wird freigelassen

Von Elke Koch. Aktualisiert am 10.02.2009

Am 12. Januar 2006 wurde der Papstattentäter Mehmet Ali Agca auf Grund von Strafminderung auf Bewährung freigelassen.

In der Menge versteckt: Mehmet Ali Agca.

In der Menge versteckt: Mehmet Ali Agca. (Bild: Keystone)

Tausende Pilger waren am 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz versammelt. Sie warteten auf die General-Audienz mit Papst Johannes Paul II. Es war kurz nach 17:00 Uhr und der offene Wagen mit dem Papst fuhr langsam über den Petersplatz. Da passierte es: Der Papst beugte sich zu der Menge runter, um ein paar Leuten die Hände zu schütteln. Dann fielen Schüsse. Der Papst fiel vorn über und bewegte sich nicht mehr.

Noch auf dem Petersplatz wird als mutmasslicher Täter ein junger Türke festgenommen: Mehmet Ali Agca. Er war Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppe und behauptete, Einzeltäter zu sein. Doch gleich nach seiner Verhaftung kursierten Spekulationen über mutmassliche Hintermänner. So wurden der bulgarische Geheimdienst und der sowjetische KGB hinter der Tat vermutet. Bei der Beseitigung der Spuren soll die Staatssicherheit der DDR geholfen haben. Das Motiv für die Tat: Die klare antikommunistische Haltung des Papstes.

Nachdem Mehmet Ali Agca drei Tage nach dem Attentat zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, vergab ihm im Jahr 2000 der italienische Präsident auf Bitten des Papstes, und Agca wurde der Türkei ausgeliefert. Obwohl er dort wegen anderer Taten noch eine Haftstrafe von 36 Jahren vor sich gehabt hätte, wurde Agca wegen Strafminderung und einer Amnestie am 12. Januar 2006 auf Bewährung freigelassen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2009, 10:25 Uhr