... 188 Jahren: Moby Dick, das Original

Von Florian Lippuner. Aktualisiert am 21.11.2008

Am 20. November 1820 versenkt ein Pottwal den Walfänger Essex, viele Besatzungsmitglieder sterben. Die Geschehnisse werden zur Vorlage für den Roman «Moby Dick».

Kapitän Ahabs Tod in der Moby Dick-Verfilmung von 1956: Das Walfängerschiff kommt in arge Bedrängnis, der geschundene Wal triumphiert – und ward nie mehr wieder gesehen.

«Moby Dick» ist uns allen ein Begriff: Der grosse weisse Pottwal wurde durch den Roman von Herman Melville aus dem Jahr 1851 weltberühmt. Der im Zentrum der Geschichte stehende Walfisch rächt sich an skrupellosen Walfängern und versenkt am Ende den Kapitän mitsamt Schiff.

Rammen bis die Planken bersten

Melville war inspiriert durch überlieferte Geschichten und eigene Erlebnisse auf See. Insbesondere greift er die tatsächlich geschehene Tragödie um das Walfängerschiff «Essex» auf: Dieses wurde am 20. November 1820 von einem Pottwal attackiert und durch dessen mehrmalige Rammstösse so stark beschädigt, dass es unterging. Der «echte» Moby Dick stand Melvilles Romanversion in nichts nach.

Die einundzwanzig Mann starke Besatzung rettete sich in drei Boote, trieb auf dem offenen Ozean und stiess nach einem Monat auf die unbewohnte Insel Henderson. Allerdings wollten nur drei der Männer ihr Glück auf der unwirtlichen Insel versuchen, die restlichen zogen nach einer Woche weiter. Wieder auf See, wurden ihre Boote auseinander getrieben – die Mannschaft wurde abermals verstreut.

Von den ursprünglich einundzwanzig Männern überlebten nur gerade acht. Fünf wurden nach dreimonatiger Irrfahrt aus dem Südpazifik gefischt, drei weitere konnten sich auf der Insel am Leben halten und wurden schliesslich geborgen. Sie überlebten bloss, weil sie ihre verstorbenen Kameraden verspeisten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.11.2008, 07:20 Uhr