Panorama
... 20 Jahren: Pakistan wählt eine Frau an die Spitze
Sie war so populär wie umstritten: Pakistans Politikerin Benazir Bhutto, die sich gerne als Retterin der Demokratie in ihrer Heimat inszenierte und unermüdlich gegen die patriarchal-konservativen Mächte ankämpfte.
Der Glanz der Bhutto-Dynastie
Benazir Bhuttos Vater Zulfikar Ali Bhutto wird 1977 durch den Putsch von Zia ul-Haq abgesetzt, inhaftiert und zwei Jahre später gehängt. Erst als ul-Haqs mehr als zehn Jahre nach seiner Machtübernahme stirbt, finden in Pakistan wieder freie Wahlen statt. Aus diesen geht am 16. November 1988 zum ersten Mal eine Frau als Siegerin hervor: Benazir Bhutto. Sie will den Glanz der Bhutto-Dynastie wiederherstellen, einer Familie von politisch ambitionierten Grossgrundbesitzern aus Pakistan.
Benazir Bhutto führt Pakistan von 1988 bis 1990 und von 1993 bis 1996 als Premierministerin. Beide Male wird Bhuttos Regierung wegen Korruptionsvorwürfen aufgelöst. Ab 1999 lebt Bhutto mit ihrer Familie in Dubai, London und Washington im Exil.
Vom Exil in den Tod
Als Benazir Bhutto im Oktober 2007 nach achtjährigem Exil in ihre Heimat zurückkehrt, ist offenkundig, dass die charismatische Oppositionsführerin grosser Gefahr ausgesetzt ist: Radikale Islamisten sprechen Todesdrohungen aus, in Karatschi missglückt einen Tag nach Bhuttos Einreise ein Selbstmordattentat auf die Politikerin. Nichtsdestotrotz strebt Bhutto erneut das Amt der Premierministerin an und stürzt sich in den Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Januar 2008.
Rund zwei Monate später werden ihre Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Politik im pakistanischen Rawalpindi während einer Wahlveranstaltung jäh zunichte gemacht: Am 27. Dezember 2007, zwei Wochen vor den Wahlen, treffen die Schüsse eines Attentäters die 54-Jährige in Nacken und Brust, praktisch gleichzeitig detonieren Sprengsätze neben ihrem Wagen. An ihrem Begräbnis nehmen Hunderttausende teil. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.11.2008, 10:30 Uhr

