Panorama

... 66 Jahren: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Von Florian Lippuner. Aktualisiert am 27.11.2008

Am 26. November 1942 wird Filmgeschichte geschrieben: «Casablanca» feiert in New York Premiere – und erobert die Herzen der Zuschauer nachhaltig.

«Schau mir in die Augen, Kleines»: Herzerweichend schwülstiges Tête-à-Tête zwischen Humphrey Bogart als Rick und Ingrid Bergman als Ilsa in Casablanca.

Die Wirren des Krieges: Im Zweiten Weltkrieg wird Frankreich von Deutschland erobert, nicht aber das französische Protektorat Marokko. Viele Franzosen setzen sich daher in die marokkanische Stadt Casablanca ab, um von dort ins neutrale Lissabon und dann nach Amerika zu gelangen.

Düstere Kulisse, persönliches Drama: Der Amerikaner Rick (Humphrey Bogart) führt in Casablanca eine Bar, die allerlei illustre bis zwielichtige Gäste anzieht, mitunter solche, die ihr Geld im Handel mit Ausreisevisa verdienen. Rick ist abgebrüht, lässt sich auf keine Spielchen ein, nichts scheint ihm ferner zu liegen als Empathie. Vorerst.

Dann wird Rick brutal von der Vergangenheit eingeholt: Plötzlich taucht Ilsa (Ingrid Bergman) in seiner Bar auf, die in einem anderen, längst vergangenen Leben einige wunderschöne Tage mit Rick verbrachte. Unangenehmerweise hat Ilsa ihren Ehemann mit dabei, der vor den Nazis auf der Flucht ist. Ausgerechnet Rick soll ihm nun bei der Ausreise helfen. Ein Dilemma zwischen Loyalität und Selbstverrat, wiederaufflammender Liebe und Abschiednehmen nimmt seinen Lauf.

Premiere feiert Casablanca am 26. November 1942 in New York – ein weltweiter Siegeszug nimmt seinen Anfang. 1943 erhält Casablanca einen Oscar für den besten Film des Jahres, nach Humphrey Bogarts Tod 1957 erfährt das Melodrama einen weiteren Popularitätsschub. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Casablanca, ein herzerweichender Evergreen der Filmgeschichte, wickelt Cineasten bis in die Nullerjahre um den Finger. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.11.2008, 09:13 Uhr