Panorama

... 169 Jahren: Reaktionäre führen den Züriputsch durch

Von Elke Koch. Aktualisiert am 30.09.2008

Am 6. September 1839 stürzte die konservative und modernisierungskritische Landbevölkerung des Kantons Zürich die Regierung.

Karikatur des Züriputschs von Martin Disteli

Wikipedia

Der Kanton Zürich unterstand einem kompletten Wandel. Nachdem im März 1831 eine neue radikal-liberale Verfassung in Kraft gesetzt wurde, die die Glaubens-, Presse-, Handels- und Gewerbefreiheit, sowie auch die Gewaltentrennung verwirklichte, wollte man im Februar 1839 auch die Kirche erneuern. Dazu holte man den deutschen Reformtheologen David Friedrich Strauss nach Zürich, der mit seinem Buch «Das Leben Jesu» die Person Jesus Christus entmythologisieren wollte. Für die Opposition in der Regierung, sowie für die konservative und modernisierungskritische Landbevölkerung im Kanton ging dies zu weit. Obwohl der linke Regierungsflügel Strauss wieder zurückschickte, beruhigten sich die Gemüter nicht. So kam es, dass am 6. September 1839, unter der Führung Pfarrer Hirzels aus Pfäffikon, 2000 Menschen in die Stadt Zürich zogen, um eine Petition an die Regierung zu übergeben. Diese verschanzte sich jedoch, was die aufgewühlte Landbevölkerung nur noch rasender machte. Als auch noch Schüsse fielen, eskalierte die Lage komplett. Vierzehn Tote gingen aus diesem Kampf hervor, sowie die Auflösung der Regierung. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.09.2008, 09:24 Uhr