Panorama

... 4 Jahren: Geiseldrama von Beslan

Von Florian Lippuner. Aktualisiert am 30.09.2008

Am 1. September 2004 nahmen Terroristen im russischen Beslan hunderte Geiseln — die darauf folgende Befreiungsaktion endete in einer Katastrophe.

Missratener Sturm durch Sicherheitskräfte: Bomben detonieren, Kinder werden als menschliche Schutzschilde missbraucht.


Die schwer bewaffnete Gruppe wählte sich den ersten Schultag einer Mittelschule in Beslan aus: Über 1100 Geiseln nahmen die aus Tschetschenien und Inguschetien stammenden Terroristen. Da es in der Russischen Föderation üblich ist, dass Kinder an ihrem ersten Schultag von Verwandten begleitet werden, waren unter den Geiseln nicht nur viele Schulkinder und Lehrkräfte, sondern auch Mütter, Väter, Geschwister. Unter widrigsten Umständen wurden die meisten Geiseln in einer mit Sprengstoff gefüllten Turnhalle festgehalten.

Zwei Tage nach der Geiselnahme wurde die Schule von Sicherheitskräften gestürmt. Die Aktion misslang, Bomben detonierten, Feuergefechte brachen los, Menschen wurden als Schutzschilde benutzt. Bei den stundenlangen Kämpfen kamen weit über 300 Geiseln ums Leben, unter ihnen 186 Kinder.

Später übernahm der tschetschenische Terroristenführer Schamil Bassajew die Verantwortung für die Geiselnahme. Er wurde 2006 bei einem Raketenangriff getötet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.09.2008, 09:26 Uhr