Grosser Empfang für den Schwingerkönig
Aktualisiert am 24.08.2010 33 Kommentare
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Zusammen mit den meisten anderen Berner Kranzträgern vom Eidgenössischen in Frauenfeld zog Kilian, der Erste, durch die Strassen von Oey-Diemtigen. Genau fünf Jahre nach der Unwetterkatastrophe, die das Dorf im Berner Oberland schlimm verwüstet hatte, erlebte es nun diese Sternstunde. Zum Empfang des Königs, der mit einer makellosen Leistung den Titel als 20-Jähriger geholt hatte, waren auch prominente Gäste erschienen - unter anderen Alt-Bundesrat Adolf Ogi.
Lobeshymnen auf den Sieger
Zahlreiche Rednerinnen und Redner zollten dem neuen König Lob und Anerkennung. Alt-Bundesrat Ogi durfte sein legendäres «Freude herrscht» einmal mehr anbringen. Er zeigte sich überzeugt, dass das ganze Land auf diesen «sympathischen und bescheidenen» Burschen stolz ist. Der bernische Regierungsrat Hans-Jürg Käser würdigte Wenger als «Naturburschen aus dem Diemtigtal», der gezeigt habe, wer der wahre König der Schweiz sei.
Der Diemtiger Gemeindepräsident Peter Knutti zeigte sich «unsäglich stolz über den sportlichen Helden aus dem Tal». Und er gratulierte auch dem zweiten Kranzträger aus dem Tal, Beat Wampfler.
Mehr als 1000 Gäste gekommen
Viele Redner erinnerten daran, dass das Simmental zum zweiten Mal nach 1972 den eidgenössischen Schwingerkönig stellen darf. Schliesslich fanden auch die Vertreter des kantonalbernischen Schwingerverbandes für ihr Aushängeschild überaus lobende Worte. Kilian Wenger dankte den weit über 1000 erschienenen Gästen. «So etwas wie in Frauenfeld habe ich noch nie erlebt», sagte er.
Umrahmt wurde die Feier von Jodelgesang und urtümlichem Dröhnen von Treichlern. Um dem Schwingerkönig den gebührenden Empfang zu bereiten, war am Montagmorgen sogar eine «Krisensitzung» des Gemeinderats einberufen worden. Dabei wurde ein Organisationskomitee (OK) für die bevorstehenden Feierlichkeiten gebildet.
«Es ist schlicht überwältigend»
Im Elternhaus von Kilian Wenger ging es am Montag zu und her wie in einem Bienenstock. «Seit Sonntagabend klingelt bei uns alle fünf Minuten das Telefon», erzählt Beatrice Wenger, Mutter des frischgebackenen Schwingerkönigs. «Alle wollen etwas von uns.»
Beatrice Wenger hatte nicht gut geschlafen. «Meine Gefühle sind schlicht überwältigend, ich kann es immer noch nicht fassen», fasst die sichtlich gerührte Mutter von Kilian die letzten 20 Stunden in Worte. Auch die Geschwister Fränzi, Ruedi und Marcel, welche erst am Montagmittag aus Frauenfeld zurückgekehrt sind, wähnen sich in einem Traum. Dass ihr Bruder Kilian jetzt Schwingerkönig ist, rührt sie zu Tränen.
Mutter Beatrice konnte den Augenblick kaum erwarten, wenn sie ihren Kilian in die Arme schliessen wird. «Ich hoffe, ich sehe ihn noch vor dem grossen Trubel am Empfangsfest», sagt Beatrice Wenger. Es wäre das erste Mal seit dem Triumph in Frauenfeld.
Ein souveräner Start-Ziel-Sieg
Als Geheimfavorit gehandelt, hatte sich der Horbodener Kilian Wenger am Sonntag souverän auf den Schwingerthron gehievt. Als erster Berner seit 1992 sicherte sich Wenger den Titel des Eidgenössischen Schwingerkönigs. In den acht Gängen am Samstag und Sonntag geriet der Berner Oberländer nie in Gefahr auf den Rücken gelegt zu werden, und bodigte alle seine Gegner in überlegener Manier. Dies war zuletzt Ernst Schläpfer 1980 in St. Gallen gelungen. (pk/sda)
Erstellt: 23.08.2010, 16:32 Uhr

















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