Panorama
Das königliche Kind ist da
Sichtlich stolz hat Schwedens Prinz Daniel am Donnerstag die Geburt seiner Tochter bekanntgegeben. Mutter und Kind seien wohlauf. (Video: Reuters )
Eltern seit 4.26 Uhr: Kronprinzessin Victoria mit Ehemann Daniel. (Bild: Keystone )
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Nach der Märchenhochzeit vor zwei Jahren ist es die Krönung ihres Glücks: Heute ist Schwedens Kronprinzessin Victoria Mutter eines Mädchens geworden. Der sichtlich bewegte und stolze Vater liess es sich nicht nehmen, die Geburt seiner Tochter persönlich zu verkünden: «Eine sehr süsse, kleine Prinzessin wurde geboren», teilte Prinz Daniel am Morgen im Karolinska-Krankenhaus in Stockholm mit.
Name wird morgen verraten
Er sei völlig überwältigt. Die Kleine sei gegen 4.26 Uhr zur Welt gekommen, 51 Zentimeter gross und wiege 3280 Gramm, Mutter und Kind seien wohlauf. Es ist das erste Enkelkind für den schwedischen König Carl XVI. Gustaf und seine aus Deutschland stammende Frau Silvia – am Mittag wurde der königliche Nachwuchs mit zwei 21-Schuss-Salven auf einer Insel gegenüber des Königspalasts in Stockholm gefeiert. Die zwei Salven verkünden traditionell die Geburt eines Thronfolgers. Der Name der kleinen Prinzessin soll morgen bekanntgegeben werden, wenn sie offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt wird, unter anderem in Anwesenheit von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt.
Über den Namen wurde in Medien und Wettbüros bereits eifrig spekuliert: Zu den Favoriten zählten laut der Nachrichtenagentur TT Christina, Desirée, Ulrika, Astrid, Margareta und Sophia – allesamt Namen aus der Geschichte des schwedischen Königshauses. Auch Alice, der Name von Victorias Grossmutter mütterlicherseits, wurde als Möglichkeit gehandelt.
Er hätte gerne viele Kinder
Spekulationen über möglichen Nachwuchs am königlichen Hof hatte es schon lange gegeben. «Ich hoffe, dass wir in zehn Jahren eine Familie gegründet haben» , sagte Daniel vor ein paar Jahren. Er hätte gerne viele Kinder, fügte er hinzu. Victoria selbst liess im vergangenen Sommer verlauten, sie habe «einiges», worauf sie sich im Herbst freuen könne. Kurz danach gab der Palast ihre Schwangerschaft bekannt
Doch Victoria und Daniel hatten zunächst zahlreiche Hürden zu nehmen, bevor sie im Sommer 2010 endlich vor den Traualtar treten konnten. Kennengelernt haben sich die 34-Jährige und ihr vier Jahre älterer Ehemann – der Bürgerliche Daniel Westling – im Fitnessstudio, dessen Besitzer Westling war. Schon bald waren die Prinzessin und ihr Trainer unzertrennlich, aus einer innigen Freundschaft entwickelte sich nach Worten Victorias schliesslich Liebe, 2002 wurde ihre Beziehung bekannt.
Schwere gesundheitliche Probleme
Zunächst traten die beiden nur selten gemeinsam auf, zu wenig standesgemäss war Daniel Westling. Während Victoria einen Termin nach dem anderen allein absolvierte, führten die beiden allen Hindernissen zum Trotz ihre Beziehung weiter - oft im Verborgenen und lange von der schwedischen Öffentlichkeit beargwöhnt. In den folgenden Jahren schliesslich setzte sich Victoria gegen alle Widerstände am Hofe durch.
Aber nicht nur für ihre Beziehung mussten Victoria und Daniel kämpfen, beide hatten zudem schwere gesundheitliche Probleme. Wegen einer lebensgefährlichen Erkrankung musste sich Daniel eine Spenderniere einsetzen lassen, die er von seinem Vater bekam. Victoria konnte ihrerseits mit den Erwartungen an eine künftige Königin nicht umgehen, 1997 bekannte sie sich öffentlich zu ihrer Magersucht. Auch mit Hilfe ihres Partners konnte sie die Krankheit schliesslich überwinden.
«Ein kleines Baby»
Umso grösser ist nun die Freude über die Geburt des ersten Kindes. Schon vor einiger Zeit hatte der Hof versichert, dass die Nierenerkrankung von Prinz Daniel nicht vererbbar sei. Für das schwedische Königshaus kommt die Geburt der kleinen Prinzessin zur rechten Zeit: Nach einer Reihe von Skandalen um Carl XVI. Gustaf, darunter seine mutmassliche Affäre mit einer Sängerin sowie indirekte Kontakte mit der organisierten Kriminalität, brauchte die Monarchie dringend einen Imageschub.
«Das Königshaus braucht ein kleines Baby, das ist es, worauf alle gewartet haben», sagte Hofexperte Sten Hedman. Wegen der Affären rund um den König habe die gesamte Familie gelitten, die Nachricht von der Geburt der kleinen Prinzessin sei gut für sie und ganz Schweden. (sam/dapd)
Erstellt: 23.02.2012, 07:15 Uhr
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