Der eingebildete Kranke?

Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 25.03.2010 37 Kommentare

Carl Hirschmanns «neurologische Krankheit» ist offenbar ADHS. Das würde die Gewaltausbrüche erklären - und kann bei einem Gerichtsverfahren strafmildernd wirken.

1/8 Carl Hirschmann ist ein «guter Freund» von Paris Hilton, mit der er hier in seinem Club «Saint Germain» zugange ist. Die beiden haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick ahnen könnte.
tillate.ch

   

Dossiers

Stichworte

Hirschmann bei TeleZüri

Carl Hirschmann hat sich im Zürcher Luxushotel Dolder Grand mit Ex-Mister-Schweiz Sven Melig geprügelt und soll eine Frau attackiert haben. Gestern nahm der Clubbesitzer auf «TeleZüri» erstmals Stellung. Zusammen mit Berater Sacha Wigdorovits sprach er in der Sendung auch über seine laufende Psychotherapie: Seine Emotionen seien starken Schwingungen unterworfen, so Hirschmann. Das sei genetisch bedingt. «Die Kommunikation der Neuronen in meinem Gehirn müssen mit Medikamenten stabilisiert werden.»

Eine konkrete Bezeichnung für seine «neurologische Krankheit» nannte Hirschmann nicht. Gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet gab Wigdorovits' Beratungsfirma Contract Media jedoch bekannt, dass es sich um ein Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) handle. Dabei liegt eine Stoffwechselstörung vor. Betroffene können sich nur schwer auf eine Sache konzentrieren, weil sie auf verschiedene Reize gleichzeitig reagieren. Ihre Gefühle fahren Achterbahn, viele reagieren sehr impulsiv.

Schwierige Diagnose

Nun kann eine ADHS-Erkrankung vor Gericht durchaus strafmildernd wirken. Es stellt sich also die Frage, ob sich Hirschmann gestern bewusst pathologisiert hat. Weil in seinem Fall eine medikamentöse Behandlung stattgefunden hat, wäre ein erster Beweis für eine Erkrankung vorhanden. Letztlich bedürfte es aber eines psychiatrischen Gutachtens, das die ADHS-Erkrankung konkret mit den jeweiligen Ausrastern in Verbindung brächte.

Für den Fachmann sind ADHS-Erkrankungen bisweilen schwierig zu diagnostizieren. «Wutausbrüche oder sozial unangemessenes Verhalten sind mögliche Symptome, die die Betroffenen auch in missliche Situationen bringen könnten», sagt der Winterthurer Neurologe Peter Christian Wyss. ADHS könne und müsse sorgfältig abgeklärt werden. Auch weil es bisweilen vorschnell ins Feld geführt werde, um Überforderung, etwa im Job, zu kaschieren: «ADHS ist leider auch eine Modekrankheit.»

Therapie seit Sommer

Gemäss Contract Media wurde die Krankheit bereits vor längerer Zeit diagnostiziert. Wegen Hirschmanns Auslandaufenthalten habe er eine Therapie aber immer wieder unterbrechen müssen. Die Erwähnung von ADHS habe nichts mit dem anstehen Verfahren zu tun. Schliesslich befinde sich Hirschmann seit vergangenem Sommer in stetiger Behandlung. Dass ihm ein Basler Gericht im Dezember empfohlen hatte, die Therapie weiterzuführen, habe ihn in seinen Bemühungen, die Krankheit in den Griff zu kriegen, bestätigt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.03.2010, 17:10 Uhr

37

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

37 Kommentare

Ray Ban

25.03.2010, 14:59 Uhr
Melden

Sind diese Zuckungen im linken Mudwinkel normal? Und diese Aussetzte beim sprechen? Sind das die Symptome seiner Krankheit oder die folgen übermässigen arbeiten im Club in der Nacht? Antworten


Liselotte Weber

25.03.2010, 14:59 Uhr
Melden

ich denke allein schon der name hirschmann und sein konterfei "provoziert" diverse leute auszuprobieren "wie viel es leiden mag". das c.hirschmann ein gefundenes fressen für die medien ist und so jedermann in den genuss einer meldung erfolgreich bewerkstelligen kann, relativiert doch einige der "sünden" von c. hirschmann. unzählige junge leute prügeln sich tagtäglich und kein hahn kräht danach! Antworten



Panorama

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Panorama

Telefonbuch

Marktplatz