Panorama
Er war der bekannteste Basejumper der Schweiz
Artikel zum Thema
Ueli Gegenschatz, der beim Basejumping stets von einem kalkulierbarem Risiko gesprochen hatte, ist tot. Zwei Tage hatte er im Spital um sein Überleben gekämpft. Gegenschatz verunfallte mitten im Industriegebiet von Oerlikon bei einem von Red Bull gesponserten Sprung von den Sunrise Towers. Mit seinem Schirm streifte er eine Hauswand und stürzte aus rund fünf Metern fast ungebremst ab.
Es ist erst der zweite Unfall von Gegenschatz, der im Alter von 37 Jahren starb. Zuvor hatte er, der seit 20 Jahren von allen möglichen Felsen und Türmen in die Tiefe stürzt, sich erst einmal verletzt: Er brach sich bei einem Sprung den Fuss.
«Das Idol der Base-Szene»
Insgesamt 1500 Mal ist Gegenschatz in seinem Leben gesprungen; er galt als der bekannteste Schweizer Paraglider, Skydiver und Basejumper. «Er war das Idol der Base-Szene», sagt Marc Siegenthaler, Präsident des Schweizer Fallschirmspringerverbandes Swiss Skydive. Gegenschatz habe eine Leader- und Pionierrolle im Basejumping gehabt. «Diese Rolle wird seinen Tod überdauern.»
Gegenschatz war jahrelang Mitglied des Schweizer Paragliding Teams und Mitbegründer des Red Bull Acro Teams 1995. Als Vertreter des Basejumping war er bei den deutschen Moderatoren Stefan Raab und Günther Jauch zu Besuch; auch in der Sportlounge des Schweizer Fernsehens sprach er über seine Liebe für die Risikosportart.
«Unfälle entstehen wegen Selbstüberschätzung»
Gegenschatz selber sah sein Hobby nicht als übermässig gefährlich an. Das Risiko sei kalkulierbar, sagte er regelmässig in Interviews. Viel lieber als von der Gefahr sprach er von der Faszination des Fliegens. In der Basejumping-Szene galt Gegenschatz als jemand, der sich sehr seriös auf seine Sprünge vorbereitete – oft packte er am längsten seinen Rucksack, wie ein Bekannter einst sagte. «In 95 Prozent der Fälle entstehen Unfälle wegen Selbstüberschätzung», sagte er einst gegenüber dem «Landboten». Skydive-Präsident Siegenthaler ist traurig und betroffen über den Tod seines Freundes. «Es nagt extrem an mir, an den Fundamenten der Sinnfrage des Ganzen.»
Privat lebte der 37-jährige Gegenschatz seit Jahren mit seiner Lebenspartnerin zusammen. Das Paar hat keine Kinder. Unter der Woche arbeitete Gegenschatz als Versicherungsberater für die Schweizerische Mobiliar. (tan/tif/oku)
Erstellt: 14.11.2009, 09:11 Uhr



