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Ewig lockt die Besenkammer
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 10.08.2010
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Jetzt ist es passiert, Robbie Williams ist unter der Haube. Ayda Field heisst die Auserwählte. Die britische Boulevardzeitung «News of the World» zitierte Williams' Vater mit den Worten: «Endlich ist Rob glücklich. Das ist doch alles, was man seinen Kindern wünscht. Und so glücklich habe ich ihn noch nie gesehen.» Fragt sich bloss: Wie lange? Kann einer, der seit seiner Geschlechtsreife stets ultrapolygam war, einer einzigen Frau treu bleiben?
Kaum, sagt die Sozialwissenschaft. Die meisten Liebesbeziehungen halten nicht, bis dass der Tod sie scheidet, sondern bis ein neuer Partner sie trennt. Soziologen haben dafür den Begriff der «seriellen Monogamie» gewählt, eine Monogamie nach der anderen. Das ist nicht gerade romantisch, aber wohl zutreffend. Umso mehr für einen Frauenhelden wie Robbie Williams, der sich Abwechslung gewohnt ist. Jemand, der 100 TV-Kanäle empfing, wird – etwa nach einem Cablecom-Ausfall – mit SF-Monokost ja auch nicht glücklich.
Becker, Jagger & Co.
Nun wollen wir hier nicht die Kraft der Liebe infrage stellen (zumal Williams diese wiederholt bemüht hat – Ayda Field sei die Frau, die ihn «zum ersten Mal spüren liess, was Liebe ist»). Und das Kind, das sich die beiden wünschen und das je nach Quelle schon unterwegs sein soll, beschert zusätzliche Verantwortung und Stabilität.
Dennoch: Der Blick auf notorische prominente Schürzenjäger, die sich unter die Haube wagten, ist ernüchternd. Zum Beispiel Boris Becker. Immer wieder probiert sich der Ex-Tennisspieler langfristig zu binden, was er auch gerne bekräftigt, indem er seine Angebetete schwängert – doch ewig lockt die Besenkammer. Mick Jagger erging es ähnlich, er war bisher dreimal verheiratet und hat sieben Kinder, davon eines nach einer ausserehelichen Affäre mit einem brasilianischen Model. Und einem weiteren angeblich domestizierten Frauenhelden, Jude Law, wurde das attraktive Kindermädchen zum Verhängnis.
Neue Monogamie
Keine guten Aussichten für Frau Williams, sogar die einschlägige Ratgeberliteratur resigniert. «Falls Sie einen Frauenhelden an der Angel haben», heisst es bei «Women's Health», «machen Sie ihn mit Ihren Freunden oder Geschwistern bekannt. Er soll an Ihrem Leben teilhaben. Das wird ihn aber wahrscheinlich nicht davon abbringen, weiterhin auf die Pirsch zu gehen.» Auch das Statement von Tom Jones, einem weiteren legendären Frauenhelden, dürfte Williams’ Gattin nicht gerade beruhigen: «Ich danke Gott, dass ich mit einer Frau verheiratet bin, die den feinen Unterschied zwischen Liebe und Sex versteht.» Das nennen die Sozialwissenschaftler übrigens «Neue Monogamie».
Einen Lichtblick immerhin haben wir für Robbie Williams' Frau: Der heute 72-jährige Schauspieler Warren Beatty soll im Laufe von 35 Jahren mit 12’775 Frauen geschlafen haben – bis er im Jahr 1992 Annette Bening heiratete, seither sei er monogam. Sagt er.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.08.2010, 11:03 Uhr
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