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Federer spielt jetzt auch in «Windeldon»
Von Simone Meier. Aktualisiert am 25.07.2009 2 Kommentare
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Merci Mirka, merci Roger, mitten in die Wirtschaftskrise hinein beschert ihr uns, also, uns als Nation, weltweit positive Aufmerksamkeit. Mitten ins Sommerloch hinein - also dasjenige von uns Medienschaffenden - lanciert ihr ein Ereignis, das uns noch länger und vor allem noch lieber beschäftigen wird als Michael Jacksons Tod, ihr seid die Helden dieses Sommers, wir haben euch sowieso schon geliebt, jetzt - oh my God! - kann man fast nicht mehr beschreiben, geschweige denn schreiben, was in uns vorgeht, denn wir sind so überwältigt, so glücklich, so ganz bei euch (in Gedanken, in Worten und geduldig wartend vor dem Spital in Zürich). Danke.
Im Ernst, Zwillinge, dazu noch Mädchen, Charlene Riva und Myla Rose, das ist so dermassen supersweet, das möchten wir auch ganz schnell gern sehen, da sind wir im Moment nicht anders als Tausende von Fans, die per Internetblogs fragen: «Wo ist das erste Foto?» Ja, wo ist es? Etwa am Montag in der «Schweizer Illustrierten» wie die Hochzeitsfotos? Nein, das hat nichts mit Paparazzi-Voyeurismus zu tun, ehrlich nicht, wir möchten halt bloss so gern das Glück sehen, denn davon sieht man ja im Moment einfach viel zu wenig. Es geht der Welt so schlecht. Wer Einfluss hat, macht alles falsch. Nur ihr macht alles richtig. Die Liebe, den Sport, die Nachwuchsproduktion. Euch schaut man an und denkt: Wow! Und: Respekt! Und wie ihr die Welt in letzter Zeit an der Nase herumgeführt habt! Gerüchte gestreut, dass ihr nur ein Kind bekommen würdet, und zwar einen Buben.
Hoffnung für das Frauentennis
Auf dem amerikanischen «Celebrity Baby Blog» amüsieren sich die Blogger köstlich über euer Täuschungsmanöver. Eine Penny schreibt: «Also, das‹Victory›-Zeichen, das Roger in Wimbledon zeigte, hiess in Wirklichkeit‹zwei Babys›!» Und viele wollen wissen, dass Mirkas Bauch während Wimbledon für ein Einzelkind wirklich zu gross gewesen sei. Exakt dasselbe haben wir uns doch auch gedacht, auf dem Sofa vor dem Fernseher!
Der Name Myla, so weiss wiederum eine Milaja, «hat übersetzt mit Liebe zu tun» (aus dem Altslawischen), während Charlene, also «Scharliiin», ganz offen gestanden nach dem Namen einer zukünftigen Freundin von Boris Becker klingt. Aber weiter lassen wir uns in diese Richtung nicht auf die Äste hinaus, weit angemessener, cooler und herziger scheint es uns doch, dass sich die beiden Federer-Maitli einmal mit den beiden Buben von Rogers und Mirkas enger Freundin, der Popsängerin Gwen Stefani, zusammentun. Also mit Kingston James McGregor (3) und Zuma Nesta Rock (1).
Womit wir natürlich bei den Namen wären. Also, liebe Leute, nicht aufregen jetzt, nicht ausrufen, dass man Charlene Riva und Myla Rose doch überhaupt nicht aussprechen könne als Schweizer! Erstens stimmt das im Vergleich etwa zu Jaden Gil und Jaz Elle (von Steffi Graf und Andre Agassi) oder Maddox Chivan, Pax Thien, Zahara Marley, Shiloh Nouvel, Knox Léon und Vivienne Marcheline (von Angelina Jolie und Brad Pitt) nicht. Zweitens sind Roger und Mirka schlicht keine durchschnittlich unauffälligen Leute und deshalb auch nicht auf entsprechende Namen angewiesen. Drittens sind die Federers keine nationalen, sondern globale Promis und brauchen als solche global taugliche Namen.
Auch mit der Zwillingsgeburt bestätigen sie ihre internationale Superpromi-Konkurrenzfähigkeit. «Doppelt sehen: Sind Zwillinge der neuste Hollywood-Trend?», fragte schon 2008 Yahoo. Jennifer Lopez, Angelina Jolie, Julia Roberts, Geena Davis, Marcia Cross, Sarah Jessica Parkers Leihmutter und Patrick Dempseys Frau haben schliesslich Zwillinge geboren, und auch bei Nicole Richie ist es bald so weit.
Aber zurück aus Hollywood in die Schweiz: Ein Michael und eine Barbara aus Aarwangen freuen sich auf www.rogerfederer.com ganz exorbitant, dass die «Schätzelis» an ihrem Hochzeitstag das Scheinwerferlicht ihrer neuen Welt erblickten. Herzliche Gratulation an dieser Stelle auch nach Aarwangen. Wir freuen uns ebenfalls, dass die jetzt schon berühmten Tennis-Töchter am gleichen Tag zur Welt kamen, an dem «Harry Potter»-Darsteller Daniel Radcliffe 20 wurde und der Krimi-Autor Raymond Chandler 121 geworden wäre. Das kann ja nichts anderes heissen, als dass sie furchtbar reich und schlau werden. Gut, Monica Lewinsky hat auch am 23. Juli Geburtstag, aber die ist weiss Gott eine kleine Nebendarstellerin der Celebrity-Weltgeschichte.
Charlene Riva und Myla Rose dagegen gehören zu den ganz Grossen. Sie sind die Kinder des bisher grössten Tennisspielers aller Zeiten. Wann ihnen das wohl bewusst wird? Und wann werden sie sich entscheiden, das Lebenswerk des Vaters fortzuführen? Pasci Cotting aus Kreuzlingen schreibt auf «Blick online» jedenfalls: «Toll, endlich geht im Schweizer Frauentennis auch wieder etwas, wenn auch erst in 20 Jahren» und ist damit nicht allein. «Olympia, wir kommen! Die Goldmedaille im Frauendoppel ist uns 2028 sicher!», schreibt Didi vo Zurzi auf www.20min.ch. Was für ein Erwartungsdruck da schon auf den Schultern der Fräulein Federer lastet!
Ist Siegen ohne Mirka möglich?
Eine andere Frage stellt sich angesichts von Mirkas Mutterrolle. Wie soll das denn weitergehen bei den Federers? Wird Mirka in den Mutterschaftsurlaub treten und nicht mehr dabei sein, wenn Roger spielt? Aber wie soll er denn überhaupt auf dem Court noch Erfolg haben, wenn daneben nicht Generalin Mirka auf der Kommandobrücke steht? Etwa am US Open, das schon am 31. August startet? Ist ein Sieg ohne Mirka möglich? Nein. Ziemlich sicher nicht. Können sich die Federers mehrere Supernannys leisten? Sicher. Und käme das gut? Wir sagen Ja, absolut, denn Mirka würde auch die Supernannys ganz tadellos supervisieren, sind uns aber bewusst, dass ein anderer Schweizer Roger, der Köppel von der «Weltwoche», das ganz anders sieht. Wie hat er doch gleich in seinem Tagebuch für den Psychoanalytiker, äh, in seinem aktuellen Heft geschrieben? Genau: «In Grimms‹Hänsel und Gretel› werden zwei verwahrloste Kinder von einer bösen Hexe fremdbetreut, eine Art frühes Psychogramm der Urangst vor der Krippe.»
Wir würden mal dazu raten, dem derart krippenverängstigten Mann ein kühles Waschtüchli auf die Stirn zu legen, denn manches im Leben ist einfach ganz einfach, das weiss auch Schreiberin Lady auf www.20min.ch: «Was soll die Aufregung? Ist keine grosse Kunst, eine Frau zu schwängern und Vater zu werden, passiert ständig und überall.» Genau, auch bei Köppels. Bei Federers freuts uns einfach mehr. Und was auch immer die wunderbare Mirka mit ihrem doppelten Mädchensegen vorhat, wir stehen hinter ihr wie ein einig Volk von Brüdern und Schwestern und gratulieren von Herzen und wünschen dem Roger alles Glück der Welt mit seinem Frauenhaushalt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.07.2009, 09:36 Uhr
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2 Kommentare
«Die Williams-Schwestern werden wie ein Witz ausschauen gegenüber den Federer-Schwestern!» -> na na, wir wollen mal nicht übertreiben. Ist wieder mal Typisch jetzt da Roger wieder top of the top ist hagelt es nur Lob. Aber einen kleinen "Hänger hatte" sah es noch ganz ander aus. Antworten
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