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Intelligent, stur und manchmal zu emotional

Aktualisiert am 01.09.2010

Der ehemalige britische Premier Tony Blair berichtet in seinen Memoiren auch über Prinzessin Diana – und über die beklemmenden Vorgänge nach ihrem Unfalltod.

Ein Land unter Schock: Blair und seine Ehefrau am Tag der Beerdigung der Prinzessin.

AFP

Beliebt bei den Briten: Die Prinzessin liess ihren Charme spielen. (Bild: AFP)

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Glaubt man den Erinnerungen, die Tony Blair in seinem neuen Buch «A Journey» beschreibt, war die Prinzessin von Wales eine bodenständige, charmante und intelligente Person. Allerdings war sie auch eigensinnig und hatte einen Hang, allzu emotional zu sein, wie der «Telegraph» auf seiner Website berichtet. «Wir waren beide, auf unsere Art, Manipulierer», zitiert die britische Zeitung: gut darin, die Gefühl andere Menschen zu erfassen und intuitiv damit zu spielen.

Blair erinnert sich in seinem Buch an ein Treffen mit der Prinzessin im Juli 1997 in Chequers in der englischen Grafschaft Buckinghamshire, wo seit 1921 der offizielle Landsitz der britischen Premierminister liegt. Einen Monat vor dem Tod von Diana sprach er mit ihr über ihr Liebesverhältnis zu Dodi Fayed – ein Thema, das sowohl ihm als auch ihr Unbehagen bereitete.

Die Monarchie vor sich selbst beschützen

Am 31. August erwachte Blair in seinem Bett und erblickte am Fussende einen Polizisten, der ihm mitteilte, dass die Princess of Wales verletzt sei. Um vier Uhr traf die Nachricht von ihrem Tod ein – und Blair verspürte laut dem Bericht den Wunsch, die Situation zu «managen» und die öffentliche Trauer zu steuern. Mithilfe von Alastair Campbell, seinem Kommunikationschef, entwarf Blair seine Trauerrede, die später berühmt werden sollte – auf der Rückseite eines Briefumschlags.

Sorgen machte ihm allerdings das Verhalten der königlichen Familie: Die Tatsache, dass eine wirkliche Reaktion auf den Tod der Prinzessin ausblieb, kam ihm angesichts der gewaltigen öffentlichen Trauer riskant vor. Und er fühlte sich verpflichtet, die Monarchie vor sich selbst zu schützen, wie es in seinen Memoiren heisst.

Den Kontakt mit der britischen Königin nahm er allerdings nicht direkt auf, sondern über Charles. Der Prince of Wales wiederum redete mit seiner Mutter, die nach einigem Zureden schliesslich einverstanden war, eine öffentliche Erklärung abzugeben.

Unangenehme Unterredung mit der Queen

Nach der Beerdigung der Prinzessin kam es zu einem Treffen zwischen der Königin und dem Premier im Schloss Balmoral, der Sommerresidenz von Elizabeth II. Es sei schwer für sie gewesen, so berichtet er, den öffentlichen Eindruck zu ertragen, er sage ihr, was sie zu tun habe.

Beide fühlten sich offenbar miteinander unbehaglich. «Ich sprach leidenschaftlich mit ihr über die Notwendigkeit, die Lektionen des Lebens zu akzeptieren», zitiert der «Telegraph» Blair, «ich machte mir Sorgen, dass sie mich anmassend finden würde – sie war ein wenig hochmütig».

Erstellt: 01.09.2010, 16:58 Uhr

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