Jacksons Umfeld erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ärzte

Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 26.06.2009

Die Familie von Michael Jackson hält einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Popstars und seinem Medikamentenkonsum für möglich. Ein Freund und Ex-Manager beschuldigt gar «kriminelle» Ärzte.

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Eines der letzten Bilder Michael Jacksons. Der Popstar verlässt am 20 Mai 2009 das Spital Beverly Hills Medical Building.
Bild: people-Press.ch

   

Unmittelbar nach der Todesnachricht aus dem UCLA Medical Center in Los Angeles haben die Spekulationen über die Ursache des Todes von Michael Jackson begonnen. Die prekäre gesundheitliche Verfassung des einstigen King of Pop war seit Jahren bekannt. Darum ist es naheliegend, dass Vermutungen über einen allfälligen Medikamentenmissbrauch geäussert werden.

Glaubwürdige Aussagen kommen aus dem Umfeld der Jackson-Familie. Michael Jacksons Tod sei «nicht unerwartet» gekommen, sagte der Anwalt der Familie, Brian Oxman, dem TV-Sender CNN. Jackson habe in letzter Zeit rezeptpflichtige Medikamente genommen, um sich für seine bevorstehenden Comeback-Konzerte in London vorzubereiten. Der Anwalt warf der Entourage des 50-jährigen Stars vor, möglichen Arzneimissbrauch begünstigt zu haben.

Die Konzertreihe in London wäre sehr wichtig gewesen für Jackson. Er war dringend auf Einnahmen angewiesen, da er mit grossen finanziellen Problemen zu kämpfen hatte.

«Zu viele Medikamente eingenommen»

In TV-Interviews mit amerikanischen Sendern sprach der Anwalt der Jackson-Familie Klartext: «Ich weiss nicht, welche Medikamente Jackson eingenommen hat. Ich weiss auch nicht, wie sein Gesundheitszustand in den letzten Wochen war. Aber wenn ich auf die letzten Jahre zurückschaue, kann ich sagen, dass Jackson zu viele Medikamente eingenommen hat.» Oxman ist seit etwa 20 Jahren Anwalt der Jackson-Familie. Unter anderem vertrat er vor ein paar Jahren den bereits gefallenen King of Pop vor Gericht, als dieser wegen Kindsmissbrauchs angeklagt worden war.

Vorwurf: Ärzte nützten Hypochonder aus

Ein früherer Manager und Freund von Popstar Michael Jackson hat «kriminelle» Ärzte für den Tod des «King of Pop» verantwortlich gemacht. Die «Kriminellen» in diesem Fall seien die Mediziner, die Jackson während seiner ganzen Karriere behandelt hätten, «die ihm das Gesicht zerstört haben, die ihm Medikamente gegen seine Schmerzen gegeben haben», sagte Tarek Ben Amar dem französischen Radiosender Europe 1. Jackson sei ein Hypochonder gewesen. «Man wusste nie, ob er wirklich krank war, weil er von Scharlatanen umgeben war, die von dieser Hypochondrie lebten und ihm Tausende und Abertausende Dollar für Medikamente und Vitamine abknöpften», sagte der Produzent.

Sieben verschiedene Medikamente

Laut dem Online-Dienst der Zeitung «The Kansas City Star», die sich auf eine Jackson nahestehende Person beruft, hat der Popstar in den letzten Monaten bis zu sieben verschiedene Medikamente eingenommen. Darunter waren Antidepressiva, Schlafmittel sowie Arzneien gegen Angst- und Panikstörungen. Gemäss dem Insider, der im Medienbericht zitiert wird, soll Jackson am Donnerstagmorgen (Ortszeit) eine Überdosis an Medikamenten eingenommen haben. Und dies führte zu einem Atem- und Herzstillstand.

Jackson starb am Donnerstagnachmittag in Los Angeles nach einem Herzstillstand, wie ein Gerichtsmediziner bestätigte. Jacksons Bruder Jermaine sagte in einer kurzen Erklärung vor den Medien, im Spital hätten die Ärzte noch mehr als eine Stunde um das Leben des 50-jährigen Stars gekämpft. US-Medien zufolge atmete Jackson nicht mehr, als Rettungsassistenten ihn in seinem Haus vorfanden.

Mehr Klarheit in ein bis zwei Wochen

Heute Freitag werden Gerichtsmediziner eine Autopsie vornehmen. Bis die toxikologischen Ergebnisse und die Resultate der Gewebeuntersuchungen vorliegen, werden aber ein bis zwei Wochen verstreichen, wie ein Pathologe in einem Interview mit dem TV-Sender Fox-News erklärte. Es wird also noch eine Weile dauern, bis mehr Klarheit über die Ursache von Jacksons Tod herrscht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.06.2009, 12:46 Uhr

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