Michele Bachmann ist jetzt Schweizerin

Die Schweiz bekommt Zuwachs einer prominenten Bürgerin: Die US-Kongressabgeordnete und einstige Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann gab bekannt, dass sie nun Doppelbürgerin sei.

Untestützt nun ihren Parteikollegen im Präsidentschaftswahlkampf: Michele Bachmann und Mitt Romney am 3. Mai in Portsmouth.

Untestützt nun ihren Parteikollegen im Präsidentschaftswahlkampf: Michele Bachmann und Mitt Romney am 3. Mai in Portsmouth. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Als erzkonservative, aber chancenlose Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner machte Michele Bachmann auch in Europa Schlagzeilen, nun könnte sie theoretisch in der Schweiz nach hohen Staatsämtern streben.

Bachmann hat über ihren Mann Marcus die Schweizer Staatsangehörigkeit erhalten, wie US-Medien am Mittwoch berichteten. Die 56-Jährige ist demnach bereits seit dem 19. März offiziell Schweizerin, behält aber weiterhin ihre US-Staatsbürgerschaft. Die Eltern von Marcus Bachmann waren einst aus der Schweiz in die USA ausgewandert.

Der Ehemann der Politikerin stellte den Medienberichten zufolge im Februar einen Antrag auf doppelte Staatsbürgerschaft, nachdem mehrere seiner Kinder den Wunsch nach einem Doppelpass geäussert hatten. «Sie haben als Familie diesen Prozess durchlaufen», zitierten US-Medien eine Sprecherin der Abgeordneten aus Minnesota. Als Erstes hatte am Dienstag das Schweizer Fernsehen über die neue Eidgenossin berichtet.

Harte Linie in der Einwanderungspolitik

Bachmann führt im Repräsentantenhaus die erzkonservative Tea-Party-Fraktion an, die mit radikalen Kürzungen die Staatsverschuldung der USA bekämpfen will. Auch in der Einwanderungspolitik vertritt die Neu-Schweizerin eine harte Linie. Ausserdem verficht die Politikerin traditionelle Familienwerte und lehnt Abtreibungen scharf ab. Ihr Mann betreibt eine christliche Familienberatung, die in die Kritik geraten war, weil sie angeblich auch eine Therapie zur «Heilung» von Homosexuellen angeboten haben soll. Das Paar hat fünf leibliche Kinder und nahm über 20 Pflegekinder in ihr Haus auf.

Vergangenes Jahr startete Bachmann den Versuch, Präsidentschaftskandidatin ihrer Partei zu werden. Nach einem schlechten Abschneiden bei der ersten Vorwahl Anfang Januar in Iowa zog sie sich aber aus dem Rennen zurück. (mrs)

(Erstellt: 09.05.2012, 11:38 Uhr)

Artikel zum Thema

Michele Bachmann wirft das Handtuch

Die republikanische Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann gibt nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Vorwahl in Iowa auf. Auch ein weiterer Kandidat denkt über den Rückzug nach. Mehr...

Der steile Abstieg der einstigen Umfragekönigin

Kurz vor den Iowa-Vorwahlen vom 3. Januar steht es schlecht um Bachmanns Präsidentschaftskandidatur: Umfragen sagen ihr den letzten Rang voraus. Nun sorgt die Republikanerin für einen neuen Skandal. Mehr...

«Dieser Geist steckt auch in mir»

Michele Bachmann, die Präsidentschaftskandidatin der Tea Party, ist in ein grösseres Fettnäpfchen getreten. Sie hat Westernheld John Wayne mit einem Serienkiller verwechselt. Mehr...

Die Welt in Bildern

Der Mars ist aufgegangen: Eine Mehrfachbelichtung zeigt die verschiedenen Phasen der Mondfinsternis, wie sie am 15. April auch in Canyon, Minnesota, beobachtet werden konnte.
(Bild: Brian Mark Peterson) Mehr...