Obama-Töchter: Mit Bodyguard und Mama zum ersten Schultag

Werden Sasha und Malia jetzt zu Teenie-Superstars und stets von der Klatschpresse beäugt? Experten erinnern sich an frühere Präsidentenkinder und sehen für die Obama-Töchter nicht nur Nachteile.

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Sashas erster Schultag: Begleitet von Mutter Michelle und einem Bodyguard.
Bild: Keystone

   

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Nachbarschaftsball für die Bewohner von Washington

Der künftige Präsident kündigte unterdessen einen Nachbarschaftsball im Rahmen der Feiern zu seiner Amtseinführung an. Obama erklärte in einer Stellungnahme, er wolle nicht, dass sich die Bürger in Washington und anderswo ausgeschlossen fühlten. Der Ball solle allen Nachbarn in Washington und im ganzen Land offenstehen. Das Fest findet im Washingtoner Kongresszentrum statt. Die Eintrittskarten sollen kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr vergeben werden. Ein Teil wird für die Bewohner von Washington reserviert.

Obamas Ehefrau Michelle begleitete Sasha (7) und Malia (10) am ersten Tag in ihre neue Schule in Washington, wie die Sprecherin der nächsten First Lady erklärte. Sasha und Malia besuchen die Sidwell Friends School, die von Quäkern betrieben wird. Sasha nimmt am Unterricht der zweiten Klasse auf dem Gelände im Vorort Bethesda teil, während Malia die fünfte Klasse der weiterführenden Schule in Washington besucht. Auch die Tochter von Expräsident Bill Clinton und seiner Frau Hillary, Chelsea, besuchte die Schule.

Verfolgt von der Handykamera

Die Obama-Töchter sind noch nicht einmal ins Weisse Haus eingezogen und gehören schon fraglos zu den berühmtesten Mädchen der Welt. Haben sie überhaupt eine Chance auf ein normales Leben, so wie ihre Eltern das für sie wünschen? Die Medien zumindest, so zeigt ein Blick zurück, dürften Abstand halten. Präsidententochter Chelsea Clinton, die mit 13 ins Weisse Haus kam, wurde auf Wunsch ihrer Eltern weitgehend in Ruhe gelassen. Amy Carter, die neun Jahre alt war, konnte einigermassen normal aufwachsen. Und die noch viel jüngeren Kennedy-Kinder Caroline und John wurden von Mutter Jackie vor der Öffentlichkeit geschützt.

Doch heutzutage kann jedermann mit dem Handy Prominentenschnappschüsse machen und sie binnen Minuten ins Netz stellen. Kinder sind ganz verrückt nach Berühmtheiten ihres eigenen Alters. Aber sind die Obama-Mädchen überhaupt Prominente? «Wenn damit gemeint ist, dass sie die Öffentlichkeit faszinieren, dann ja, ganz bestimmt», sagt Larry Hackett, Redaktionsleiter des «People»-Magazins. «Aber Prominente in dem Sinne, dass wir über jeden ihrer Schritte berichten würden - nein. Das sind Kinder.»

Obama: Kein Kinder-Interview mehr

Im Wahlkampf waren die Mädchen nicht immer, aber doch gelegentlich dabei und gewannen mit ihrem fröhlichen, ungekünstelten Auftreten die Herzen der Menschen. Zusammen mit ihren Eltern gaben sie auch ein Interview, was Barack Obama nachher bereute. «Ich glaube, wir haben uns hinreissen lassen», räumte er ein. «Wir würden das nicht noch mal tun.»

Wenn sie erst einmal im Weissen Haus seien, würden die beiden auch gut behütet, versichert Ann Stock, die zu Zeiten der Clintons dort arbeitete und Chelsea heranwachsen sah. Sicher werde es gelegentlich ein Foto geben. «Aber die Leute um sie herum werden sich Mühe geben, damit sie ihr Leben führen können.»

Hausaufgaben, Nachtessen und ab ins Bett

Stock weiss aus Erfahrung, dass ein halbwegs normaler Tagesablauf funktionieren kann: «Chelsea ist zur Ballettstunde gegangen, dann kam sie nach Hause, hat Hausaufgaben gemacht, mit ihren Eltern zu Abend gegessen und ist ins Bett gegangen.» Das tägliche gemeinsame Abendbrot, die letzten Jahre selten möglich, ist zumindest ein Vorteil von Papas neuem Job. «Sie leben dann ja praktisch über dem Laden», sagt Stock. «Sie sehen sich sieben Tage die Woche.»

Auch Betty Monkman, frühere Kuratorin im Weissen Haus, erinnert sich daran, wie Amy Carter in ihrem Baumhaus spielte oder mit ihren Freundinnen Kürbisgesichter schnitzte. Amy und die anderen Kinder, die sie in 30 Jahren im Weissen Haus erlebte, hätten eine schöne Kindheit gehabt. «Ihre Familien haben sich grosse Mühe gegeben. Ihre Väter waren vielleicht häufiger da als früher. Die Medien waren nicht zu aufdringlich.»

Im Schatten des Weissen Hauses

Doug Wead, Autor eines Buchs über Präsidentenkinder, sieht das nicht so rosig. Wer im Weissen Haus aufwachse, habe später oft Schwierigkeiten bis hin zur Identitätskrise. Die meisten «leben den Rest ihres Lebens im Schatten des Weissen Hauses», glaubt er. «Egal was sie erreichen, sie werden immer über irgendetwas definiert, das sie dort gesagt oder getan haben.»

Erst einmal gilt es für Malia und Sasha jetzt, neue Freundschaften zu schliessen und sich in der Schule einzuleben. Mauerblümchen dürften sie dort nicht sein. Doch auch umschwärmt zu werden, kann problematisch sein, findet die Mädchenbuchautorin und Kummerkastentante Carol Weston: «Du willst doch eingeladen werden, weil du du bist, und nicht, damit deine Eltern dann auch mal ins Weisse Haus eingeladen werden.» Doch wenn jemand die Schwierigkeiten plötzlicher Berühmtheit im Kindesalter erfolgreich meistern könne, dann die Familie Obama. Da sei viel Liebe zu spüren und Miteinander. «Ich glaube wirklich, die Obamas haben eine gute Basis geschaffen.» (cpm/ap)

Erstellt: 05.01.2009, 16:24 Uhr

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