Panorama

Polo Hofer pafft aufs Verbot – und ruft zu «zivilem Ungehorsam» auf

Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 24.09.2009

Polo Hofer hat in einem Berner Restaurant aus Protest gegen das Verbot geraucht – nach elf Minuten kam die Polizei.

Ruft zum zivilen Ungehorsam auf: Der Raucher Polo Hofer mag in Bern nicht auf seine Zigarette verzichten. Schon 1990 posierte er mit dem Glimmstängel.

Ruft zum zivilen Ungehorsam auf: Der Raucher Polo Hofer mag in Bern nicht auf seine Zigarette verzichten. Schon 1990 posierte er mit dem Glimmstängel.
Bild: Keystone

Polo Hofer (64) sitzt im Berner In-Lokal Lorenzini und raucht nach dem Nachtessen eine Zigarette – aus Protest gegen das kantonale Rauchverbot. Ein Handyfoto im «Blick am Abend» liefert den Beweis. An gleicher Stelle ruft Polo tags darauf die Bevölkerung zu «zivilem Ungehorsam» auf. «Wenn möglichst viele Leute meinem Beispiel folgen, gerät die Situation ausser Kontrolle», sagt er.

Polo National war seit Einführung des Rauchverbots mehrmals paffend in Berner Beizen gesichtet worden – für den Berner Bär liess er sich dabei sogar fotografieren. An diesem Dienstag im Lorenzini hat er aber erstmals einen Polizeieinsatz provoziert. Der Geschäftsführer des Restaurants alarmierte die Behörden.

Ein Jasskollege, der mit Polo im Lorenzini speiste, erzählt: «Nach elf Minuten und 20 Sekunden standen zwei Polizisten auf der Matte.» Wäre jemand zusammengeschlagen worden, meint dieser, hätte die Polizei bestimmt viel länger gebraucht.

Polo will weiter paffen

Die Polizisten nahmen Polo Hofers Personalien auf, worauf der Sänger geantwortet habe, er sei wegen früherer Vergehen – öffentliches Kiffen – bereits in ihrer Kartei registriert. Die anderen Lorenzini-Gäste schauten dem Treiben belustigt zu. Als die Polizei Zeugen suchte, die Polos Verstoss bestätigten, blieben alle stumm.

Trotz des Polizeieinsatzes will Polo Hofer weiterhin in den Beizen rauchen. Seinen Jass-Kumpeln jedenfalls hat er für den Winter bereits den Rauchbefehl erteilt. «Momentan jassen wir ja noch auf der Terrasse unserer Stammkneipe», erzählt Polos Jasskamerad. Er kann sich gut vorstellen, dass sie im Winter Polos Order folgen werden: «Wenn wir nicht rauchen, können wir nicht jassen, weil immer einer von uns vieren draussen ist.» Doch im Gegensatz zum Lorenzini dürfte die Wirtin des Café Pyréneés in ihrer Kneipe aufs Telefon an die Polizei verzichten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.09.2009, 10:08 Uhr

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