Panorama
«Rechtsradikales Sektenblatt»: Neuer Schlagabtausch Meyer/Köppel
Von David Vonplon. Aktualisiert am 27.07.2009
«Inakzeptable Entgleisung»: SonntagsBlick-Kolumne «Auf einem Espresso mit Frank A. Meyer».
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Ringier-Publizist Frank A. Meyer kann es nicht mit der SVP, und er kann es auch nicht mit «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel. Im «SonntagsBlick» hatte er Köppel schon als «Blochers journalistischen Lustknaben» bezeichnet, gestern setzte Meyer noch einen drauf: Auf die Frage seines Gesprächspartners, Ringier-Schweiz-Chef Marc Walder, was er vom «Weltwoche»-Beitrag mit dem Titel «Darf eine Firmenchefin in der Krise schwanger werden? Nein!» halte, fragt Meyer zurück: «Sie zitieren allen Ernstes ein rechtsradikales Sektenblatt?» Köppels Aussagen zum Thema verunglimpft Meyer als «infantil».
«Inakzeptable Entgleisung»
Der Angegriffene selbst will die Tirade Meyers nicht auf sich sitzen lassen. «Das ist eine inakzeptable Entgleisung», zürnt Roger Köppel auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Er stört sich am Wort «rechtsradikal»; dieses bedeute politische Gewalt, Verachtung des demokratischen Rechtsstaats, Rassismus/Antisemitismus. «In Deutschland werden rechtsradikale Gruppen vom Verfassungsschutz verfolgt», so Köppel. Ob die Aussagen Meyers ein juristisches Nachspiel haben werden, lässt er offen: «Über das weitere Vorgehen ist noch nicht entschieden.»
Dass Meyer und die «Weltwoche» sich auf publizistischem und juristischem Terrain einen Schlagabtausch liefern, ist nichts Neues: Unvergessen bleibt der Abgesang der «Weltwoche» auf «den Herrn der Schwachen und Eitlen». Darin höhnte Urs Paul Engeler, statt einer der besten Journalisten zu sein, spiele Meyer nur noch die Rolle eines zweitklassigen Politikers. Vor drei Jahren wiederum zog Meyer Christoph Mörgeli und den Verlag der «Weltwoche» vor Gericht. Die Aussage von Kolumnist Mörgeli, Meyer habe sich im «SonntagsBlick» des Nazi-Vokabulars bedient, wertete dieser als Persönlichkeitsverletzung. Der Ringier-Journalist blitzte jedoch vor Gericht ab und wurde dazu verknurrt, neben den Prozesskosten dem SVP-Parlamentarier und dem Verlag eine Entschädigung zu entrichten.
«Kränkung nicht überwunden»
Laut Köppel haben die steten Verbalattacken Meyers nicht in erster Linie damit zu tun, dass er und Meyer das Heu in der Politik nicht auf der selben Bühne haben. Die jüngste Beschimpfung sieht er vielmehr vor dem Hintergrund, dass Meyer im Jahr 2002 kurz davor stand, selber Herausgeber der «Weltwoche zu werden, laut Ringier-Organigramm hätte Köppel gar unter Meyer Chefredaktor des Blatts werden sollen.
Ringier verlor den Kampf um das Blatt jedoch in letzter Sekunde. «Diese Kränkung hat er nicht überwunden», sagt Köppel. So sei Meyer weiterhin dazu verdammt, im «SonntagsBlick-Magazin» zu schreiben, statt in der renommierten «Weltwoche». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.07.2009, 14:12 Uhr
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